Briefe / Mitteilungen

VAOAS (Vereinigung anthroposophisch orientierter Ärzte in der Schweiz)

DOI: https://doi.org/10.4414/saez.2017.05390
Veröffentlichung: 22.02.2017
Schweiz Ärzteztg. 2017;98(08):242

Vereinigung anthroposophisch orientierter Ärzte in der Schweiz (VAOAS)

Revision Fähigkeitsprogramm Anthro­posophisch erweiterte Medizin VAOAS

Weiter- und Fortbildungskollegium der VAOAS

Korrespondenz: Sekretariat VAOAS

Am 16. Juni 2016 wurde das von der Vereinigung anthroposophisch orientierter Ärzte in der Schweiz (VAOAS) revidierte Fähigkeitsprogramm vom SIWF gutgeheissen und in Kraft gesetzt.

Das Fähigkeitsprogramm Anthroposophisch erweiterte Medizin wurde vom Zentralvorstand der FMH erstmals am 1. Juli 1999 in Kraft gesetzt.

Durch die aktuelle Revision wurde das Programm übersichtlicher gestaltet und den ­Anforderungen der Fähigkeitsprogramme des SIWF angepasst.

Eine Grundvoraussetzung für den Erwerb des Fähigkeitsausweises ist ein eidgenössischer oder anerkannter ausländischer Facharzttitel, der zur kontinuierlichen schulmedizinischen Fortbildung verpflichtet.

Die Regelung zur Anerkennung von ausländischen Fähigkeitsausweisen wurde neu aufgenommen.

Anthroposophisch erweiterte Medizin

Die Forschungsergebnisse der von Rudolf Steiner (1861–1925) begründeten Geisteswissenschaft (Anthroposophie) bilden die Grundlage der anthroposophisch erweiterten Medizin. In enger Zusammenarbeit mit der Ärztin Ita Wegman (1876–1943) und auf Initiativeweiterer Ärzte erarbeitete Rudolf Steiner zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Grundge­danken der anthroposophisch erweiterten Medizin. Diese hat sich in der Folge weiterentwickelt und findet eine weltweite Verbreitung sowohl in der ärztlichen Grundversorgung als auch in spezialärztlichen Disziplinen an anthro­posophischen Kliniken und an Universitäten.

Die anthroposophische Medizin ist eine Erweiterung der naturwissenschaftlichen, pa­tho­­genetisch orientierten Medizin. Sie erfährt durch die anthroposophisch geisteswissenschaftlichen Erkenntnisse eine integrative Ergänzung, die neben den physikalisch erfassbaren leiblichen Grundlagen des Menschen auch seelische und geistige Dimensionen berücksichtigt. Dies ermöglicht eine salutogenetische Betrachtungsweise von Gesundheits- und Krankheitsprozessen. Daraus lassen sich therapeutische Vorgehensweisen in akuten, chronischen, präventiven, palliativen, heilpädagogischen und schulärztlichen Situationen begründen.

Anthroposophische Arzneimittel aus dem Mineral-, Pflanzen- und Tierreich werden über spezielle pharmazeutische Herstellungsverfahren (Anthroposophic Pharmaceutical Codex APC der International Association of Anthroposophic Pharmacists IAAP) hergestellt, so dass die Selbstregulation des menschlichen Organismus spezifisch angeregt werden kann. Weitere anthroposophische Therapieverfahren (Heileurythmie, Kunsttherapien, rhythmische Massage) unterstützen diesen Prozess auch durch initiative Eigentätigkeit des Pa­tienten.

Neben der praktischen ärztlichen Tätigkeit sind Lehre, Forschung und Entwicklung inte­graler Bestandteil der anthroposophisch erweiterten Medizin.

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