FMH

Sitzung vom 15. Dezember 2016

Nachrichten aus dem 
Zentralvorstand

DOI: https://doi.org/10.4414/saez.2017.05403
Veröffentlichung: 22.02.2017
Schweiz Ärzteztg. 2017;98(08):238–239

Netzwerk Guidelines Schweiz

Medizinische Guidelines sind systematisch entwickelte Aussagen basierend auf der zur Verfügung ­stehenden Studienlage, die der Ärzteschaft helfen, im Interesse der bestmöglichen Patientenbehandlung im Regelfall evidenzbasierte Entscheidungen zu treffen. Die unzähligen bereits vorhandenen und laufend entstehenden Guide­lines erschweren nicht nur den Überblick über das bestehende Angebot, sondern führen auch zu Unsicherheiten in deren valider Verwendung. Die von der SAQM geplante Onlineplattform mit einheitlich dokumentierten, von den medizinischen Fachgesellschaften anerkannten Guidelines will Interessierten einen Überblick sowie Informationen über die Guidelines zur Verfügung stellen und als Orientierungs- und Vernetzungshilfe ­dienen. Der ZV stimmt dem Projekt zum Aufbau der ­Onlineplattform «Netzwerk Guidelines Schweiz» zu.

Zusammenarbeitsvereinbarung TARCO

Für das neue Tarifrevisionsprojekt TARCO soll die ­Zusammenarbeit mit den Ärzteorganisationen auf ­Basis einer Zusammenarbeitsvereinbarung erfolgen. Diese Verträge sind die Grundlage für die gemeinsamen Nachbesserungsarbeiten und regeln beispielsweise den Geltungsbereich, die Rechte und Pflichten der Ärzteorganisationen und der FMH sowie die Kommunikation. Nach der im Herbst 2016 durchgeführten Vernehmlassung wurde die Zusammenarbeitsvereinbarung unter Berücksichtigung der Vernehmlassungsantworten finalisiert; für alle Ärzteorganisationen wird dieselbe Vereinbarung verwendet. Der ZV genehmigt die vorliegende Zusammenarbeitsvereinbarung und beauftragt das Departement Ambulante Ver­sorgung und Tarife, die Unterzeichnung der Verein­barung per Mitte Januar 2017 mit den der FMH angeschlossenen Ärzteorganisationen zu starten.

Mobile Health

Das Koordinationsorgan eHealth Suisse hat im September 2016 den Bericht «Mobile Health – Empfehlungen I» im Sinne einer Auslegeordnung in Anhörung ­gegeben. Die FMH wiederum hat den Bericht zur Vernehmlassung innerhalb der in der Ärztekammer vertretenen Organisationen gegeben. In ihrer Stellungnahme zum Bericht moniert die FMH den fehlenden Einbezug des elektronischen Patientendossiers und die mangelnde Berücksichtigung von Inputs der Ärzteschaft zu den medizinischen Inhalten. Das Departement hat sich dem Thema angenommen und wird Empfehlungen für Ärztinnen und Ärzte zum Umgang mit Mobile Health erarbeiten. Der ZV verabschiedet die Stellungnahme zu Mobile Health.

EPDG-Verordnung (EPDV)

Nach der Verabschiedung des Bundesgesetzes über das elektronische Patientendossier (EPDG) wurde eine Anhörung zur Verordnung (EPDV) mit Frist bis Juni 2016 durchgeführt. Im Vergleich zur Anhörungsversion sind nun viele tiefgreifende Anpassungen an den Verordnungsentwurf vorgesehen, ohne dass den Stakeholdern die bereinigte Fassung nochmals vorgelegt wurde. Die FMH befürchtet, dass einige für die Ärzteschaft zentrale Anliegen ungenügend berücksichtigt wurden. Deshalb beantragt des Departement Digitalisierung/eHealth, in einem Schreiben an den Bundesrat die nachfolgenden Forderungen zur EPDV nochmals zu betonen: neuerliche Kurzanhörung, Überprüfung der eIdentitäten und der Berufsqualifikationen der Health Professionals, EPDG-konforme Umsetzung der Patientenidentifikationsnummer. Der ZV stimmt diesem Antrag zu.

Allianz Gesundheitskompetenz

Die FMH ist Gründungsmitglied der Allianz Gesundheitskompetenz, die als Plattform verschiedene Akteure zur Förderung der Gesundheitskompetenz vernetzt, strategische Konzepte dazu entwickelt und die Umsetzung solcher Projekte unterstützt. 2017 wird sich die Allianz um neue Mitglieder erweitern. Aufgrund des Rücktritts von Public Health Schweiz ist es notwendig, die Sekretariatsführung der Allianz an eine andere Mitgliederorganisation abzugeben. Der ZV stimmt der Übernahme des Sekretariats durch die Abteilung Public Health ebenso wie der Weiterführung der Mitgliedschaft in der Allianz zu.

Revision der Verordnungen zum ­Fortpflanzungsmedizingesetz

Die Revision des Fortpflanzungsmedizingesetzes (FMedG) macht die Anpassung der Fortpflanzungsmedizinverordnung (FMedV) sowie der Verordnung über gene­tische Untersuchungen beim Menschen (GUMV) notwendig. In ihrer Stellungnahme unterstützt die FMH grundsätzlich den Entwurf zur FMedV. In den Erläu­terungen zur Verordnung sind jedoch zum Teil Verschärfungen enthalten, die für kleinere und mittel­grosse reproduktionsmedizinische Laboratorien nicht umsetzbar und auch nicht zweckmässig sind. Weiter betrachtet die FMH die Qualitätsnorm ISO 9001:2015, die schon in vielen reproduktionsmedizinischen Labors angewendet wird, als Orientierung für ein Qualitätsmanagement als sinnvoll und ausreichend. Der ZV ist mit dem Stellungnahme-Entwurf einverstanden.

Zusammenarbeit IV–Ärzteschaft

An einem Treffen mit KHM/mfe wurden der bisherige Stand und das künftige Vorgehen zur Zusammenarbeit der Ärzteschaft mit der IV diskutiert. Zurzeit wird die neue Fassung des Arztberichts unter den Leitenden 
der IV-Stellen vernehmlasst. Ziel ist es, den Fragebogen zu aktualisieren sowie diesen den Bedürfnissen der Ärzte­schaft, Patienten und IV-Stellen anzupassen. Die gute Zusammenarbeit wird für das Projekt des Bundesamts für Sozialversicherungen «Nationale Konferenz zur ­Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Behinderung» von grossem Nutzen sein.

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