Briefe / Mitteilungen

Für die Schwachen eintreten

DOI: https://doi.org/10.4414/saez.2017.05808
Veröffentlichung: 12.07.2017
Schweiz Ärzteztg. 2017;98(2829):901

Dr. med. Walter Meili, Basel

Für die Schwachen eintreten

Brief zu: Brühlmeier-Rosenthal D. Soziales Elend nach Stopp oder Verweigerung von IV-Renten). Schweiz Ärztezeitung. 2017;98(24):785–7.

«Wir sind Betrüger, die für Simulanten Leistungen beantragen.» Mit diesen Worten brachte es die Direktorin der Klinik, in der ich damals tätig war, auf den Punkt, wie leider massgeb­liche politische Kreise die Arbeit von uns Psychiatern betrachten. Die Stimmungsmache ­eines bekannten Politikers mit dem Schlagwort «Scheininvalide» und die darauf folgen­de härtere Gangart der IV und der Gerichte hat zumindest viele Unschuldige getroffen und sehr viel Leid verursacht. Da kann ich Kollegin Brühlmeier-Rosenthal nur zustimmen. Ich kann es nicht mehr hören, das bürgerliche Geschwätz von der «Selbstverantwortung»! Ein in behüteten Verhält­nissen Aufgewachsener hat es im Leben eben leichter als eine Frau, die von ihrem Vater ­sexuell missbraucht wurde. Wir Ärzte soll­ten für die Schwachen eintreten, auch an der Urne.

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