Horizonte

Auf der Spur

DOI: https://doi.org/10.4414/saez.2017.05895
Veröffentlichung: 23.08.2017
Schweiz Ärzteztg. 2017;98(34):1086–1087

Erhard Taverna

Dr. med., Mitglied der Redaktion

Drei ältere Kollegen, die nicht selbstgefällig zur Ruhe kommen. Drei reife Alterswerke, die sich mit unserer Existenz auseinandersetzen. René Bloch treibt die Frage um, was von Nöten wäre, um die selbstzerstörerischen Allmachtsfantasien der Menschen zu überwinden. Albert Mambourg verfolgt die Traumpfade einer letztlich universalen, unerfüllbaren Sehnsucht. Sergio Marengos Poesie besingt dreisprachig die Schönheit und Tragik unseres Daseins, wofür er kürzlich in Genua von der Associazione ­Medici Scrittori Italiani ­geehrt wurde.

Destruktionstrieb und Transzendenz

René Bloch

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Destruktionstrieb und Transzendenz

Würzburg: Königshausen & Neumann; 2017.

130 Seiten. 21.90 CHF.

ISBN 978-3-8260-6171-4

Unter Transzendenz versteht der Psychiater René Bloch die Erkenntnis kosmischer Zyklen von Geburt und Vergänglichkeit als Matrix von allem Lebendigen auf diesem Planeten. Nur wenn sich der Mensch seine unüberwindbare Abhängigkeit von dieser Natur eingesteht, kann er die nötigen Gegenkräfte zu seiner Selbstzerstörung entwickeln. Für dieses globale Erwachen brauche es ein neues Paradigma einer konstruktiven Form von Selbstnegation. Eine geistig-moralische Umorientierung, eine maximale geistige Konzentration und Wachsamkeit, um sich selbst in voller Interaktion mit der Umwelt zu erkennen. Der Mensch soll seine Grössenfantasien und seine moralische Unreife überwinden, um in der erkannten und akzeptierten Abhängigkeit neue Freiheitsgrade zu finden. Auf den Spuren aktueller Katastrophen, die der Autor wortreich vor Augen führt, liest sich das Buch als Plädoyer für ein höheres Niveau geistiger Entwicklung.

Paris – ein Ende

Albert Mambourg

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Paris – ein Ende

Norderstedt: BoD Books on Demand; 2017.

60 Seiten. 12.40 CHF.

ISBN 978-3-7448-1543-7

Ein Mann ist offiziell unterwegs nach Paris zum 23. Weltkongress der Alterssexualität. In Wahrheit koppelt er seine private Liebesreise mit einem steuergünstigen Kongressausflug. Eine Songline, Traumpfade, die eine Elsa umkreisen, eine Frau die ihn schon vor vielen Jahren verlassen hat. Obsessiv bleibt er in seinen Erinnerungen gefangen, immer auf den Spuren einer ima­ginären oder realen Elsa, der er nie begegnen wird. Sein chaotischer Weg durch Paris endet vor einer Villa in Montmartre, wo er erstmals eine Botschaft von ihr findet. Mambourg schreibt in einer poetisch-monologisierenden Sprache von grotesken Um- und Irrwegen, vom Leiden an einer nur subjektiv fassbaren Zeit, von der realen Welt als schlechteste aller Lösungen, der er seine irrealen Bilder entgegenhält. Es gibt nur die ­Fragmente durcheinanderwirbelnder Zeiten. «Paris, die Stadt, die millionenfach in Teilchen geteilt, in alle Richtungen und in die Sekunden hinein explodiert, ohne sich eines Risikos bewusst zu sein. Ohne auch nur zu wissen, was passiert.»

Dem Licht auf der Spur

Sergio Marengo

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Rincorrendo la luce

Lugano: Edizione Aline; 2014.

99 Seiten. 21 CHF.

ISBN 88-87906-24-6

Rincorrendo la luce, En pousuivant la lumière. Sergio Marengos Werk ist der mehrsprachigen Schweiz gewidmet. Themen, verteilt auf zwanzig Gedichte. Poesie überwältigender Gefühle, denen wir, gemäss seinen Worten, folgen sollen wie den Freuden des blendenden Lichtes. Der schon einmal in der Ärztezeitung vorgestellte Gedichtband ist 2014 erschienen und wurde nun im Frühjahr in Genua mit dem dritten Preis der «Serpe d’oro» 2017 für veröffentlichte Poesie ausgezeichnet. Mit den Worten der Jury: Rincorrendo la luce, opera ­trilingue dell’autore italo-svizzero Sergio Marengo, presenta liriche di gioiosa affermazione della positività dell’esistenza, siano esse ispirate al fascino delle donne amate o alla natura, custode anch’essa di bellezza e spiritualità. Lo stile, nell’essenzialità del verso, favorisce l’immediatezza della comunicazione.

Korrespondenzadresse

erhard.taverna[at]saez.ch

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