Briefe / Mitteilungen

MPA und Patientenapotheke

DOI: https://doi.org/10.4414/saez.2019.17703
Veröffentlichung: 20.03.2019
Schweiz Ärzteztg. 2019;100(12):419

Rudolf Wartmann, 
Berater im Gesundheitswesen, 
Wettingen

MPA und Patientenapotheke

MPA in Arztpraxen mit einer Patienten­apotheke haben im Unterschied zu Arztpraxen mit Rezeptur jeden Arbeitstag Kontakt/Berührung mit Medikamenten! Das bedeutet, dass MPA in SD-Praxen eine umfassendere Kompetenz zur Materie «Patientenapotheke und Medikamente» aufweisen sollten als MPA in Rx-Praxen. Dies einerseits zur Qualitäts­förderung bei der Medikamenten­abgabe im Allgemeinen und andererseits für eine Er­höhung der Patientensicherheit. Die direkte Medikamentenabgabe in Arztpraxen, die sogenannte Selbstdispensation, ist für die Pa­tientinnen und Patienten, die auf Medi­kamente angewiesen sind, eine exzellente Service­leistung. Eine direkte Medikamentenabgabe bedeutet aber auch, dass dies für die MPA in SD-Praxen einen intensiveren Kontakt mit Arzneimitteln zur Folge hat, d.h., ­damit ergeben sich auch Konsequenzen betreffs einer übereinstimmenden Verantwortung und ­einer profilierteren Sachverständigkeit im Umgang mit Medikamenten. Damit die MPA diesen hohen Ansprüchen noch ­besser gerecht wird, sollten diese Personen dem­entsprechend geschult oder in Weiter­­bildungen gefördert werden. Folgende Themen stehen in diesem Kontext im Mittelpunkt: «Anforderungen zur Führung einer Patientenapotheke sowie Regeln der guten Abgabepraxis in ärztlicher Privatapotheke»; «Qualitätssicherung der Praxisapotheke». Der Aufgabenbereich «Führen einer Praxis­apotheke» ist für MPA ein zentraler Bereich. Insbesondere die dafür nötige Qualitätssicherung, die in jeder Praxis mit den dafür notwendigen Kompetenzen zwingend umgesetzt werden muss. Die ApA (Verein Ärzte mit einer Patientenapotheke) oder der SVA (Schweiz. Verband der Praxisassistentinnen) fördern und unterstützen diesen Bereich mit passenden Fortbildungen und Tools (z.B. digitales Handbuch). «Bestellen und Verwalten von Medikamenten und Material»; «Arzneiformen – kennen, verstehen = richtig beraten (Handhabung)». MPA in Arztpraxen mit einer Praxisapotheke haben, wie bereits erwähnt, im Unterschied zu Arztpraxen mit Rezeptur jeden Arbeitstag Kontakt/Berührung mit ­Medikamenten! Damit ergeben sich auch Kon­sequenzen betreffs einer übereinstimmenden Verantwortung und ­einer hochgra­digeren Kompetenz zum Thema «Arzneiformen, kennen und verstehen = korrekte Empfehlung, Handhabung und Umgang mit Medikamenten». Dadurch wird einerseits ein Beitrag zur Qualitätsförderung bei der Me­di­kamenten­abgabe im Allgemeinen und andererseits für eine Erhöhung der Patientensicherheit ­erzielt. «Strukturiertes Medikamenten-Management / Polypharmazie». Das strukturierte Medikamenten-Management bei der Polypharmazie stellt einen wichtigen Beitrag zur Qualitätsentwicklung und zur Patientensicherheit dar. Dieser Bereich wird in naher Zukunft noch an Bedeutung gewinnen. Der Medikationscheck oder die Medikamentenanalyse sind dabei ein wichtiger Bestandteil, d.h., hier könnte die Überprüfung bzw. Inventarisierung aller Medikamente bei Patienten mit einer Multimedikation durch geschulte MPA durchgeführt werden, was wiederum den Hausarzt entlasten könnte. Fazit: Der Aufgabenbereich bzw. die Herausforderungen von heute und in Zukunft werden für die MPA in Arztpraxen mit einer Patientenapotheke an Bedeutung gewinnen, und dies hat zur Folge, dass auch die Investitionen in die Aus- und Weiterbildung auf diesem Sektor gefördert werden sollten.

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