Horizonte

Buchbesprechungen

DOI: https://doi.org/10.4414/saez.2019.18065
Veröffentlichung: 11.09.2019
Schweiz Ärzteztg. 2019;100(37):1242-1243

COMPAS 3e édition

Jacques Cornuz, Olivier Pasche avec la collaboration de Marc-Antoine Bornet et Robin Chenal

Stratégies de prise en charge clinique Médecine interne générale ambulatoire

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Littérature spécialisée

Destiné en première ligne au médecin en formation, le COMPAS vise, depuis 2010, à améliorer la prise en charge d’un patient adulte de médecine générale et, plus généralement, à améliorer la santé de la communauté. Comme son nom l’indique, ce manuel propose des repères pour aider le médecin dans le raisonnement qui le mène du symptôme au traitement. Entièrement mise à jour, cette troisième édition présente en 47 chapitres, à l’aide de graphiques et de tableaux, les possibilités de traiter les pathologies courantes en médecine de premier recours. Elle a été dirigée par le Professeur Jacques Cornuz et le Docteur Olivier Pasche du Centre universitaire de médecine générale et santé publique (Unisanté) de Lausanne. Fruit de la collaboration complémentaire et nécessaire entre médecins de ­premier recours et spécialistes, l’ouvrage a rassemblé 79 auteurs. Comme l’écrit le Prof. Cassian Minguet dans la préface, ce livre ­permet de «s’orienter dans l’immensité des connaissances de la littérature médicale».

Julia Rippstein

Rédactrice print et online

julia.rippstein[at]saez.ch

Phytotherapeutika – Pflanzliche ­Arzneimittel

Beatrix Falch

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Fachliteratur

Die Apothekerin Dr. ­Beatrix Falch, Vizepräsidentin der SMGP, hat mit dem Kompendium «Phytotherapeutika – Pflanzliche Arzneimittel» eine längst fällige Lücke geschlossen und damit für die Ärzteschaft sowie Apotheker/-innen ein sehr nütz­liches Arbeitsinstrument für den Alltag in der Praxis und in der Apotheke geschaffen. Es handelt sich um eine vollständige Zusammenstellung der pflanzlichen Arzneimittel, die in der Schweiz im Handel sind.

Das Kompendium ist nach folgenden Themen geordnet: Frauenheilkunde, Psyche, Schmerzen, Erkältungskrankheiten, Venen, HK, Haut, GIT, Harnwege, Augen, Varia.

Bei jedem Thema werden, nach Indikationen geordnet, die verschiedenen Arzneipflanzen (zuerst deutscher Name, dann lateinischer) aufgelistet und die entsprechenden in der Schweiz zugelassenen Präparate mit Angaben über Extrakt, Indikationen, Dosierung, Kontra­indikationen und Angaben über die Erstattung durch die Krankenkassen genannt.

Das äusserst nützliche Kompendium besitzt eine Einleitung, in der die wichtigsten Grundsätze der Phytotherapie (der Extrakt ist der Wirkstoff!) erklärt werden, sowie als Anhang eine Literaturliste, der Stand der pflanzlichen Präparate in der SL (1.3.2019) sowie eine Liste mit Angaben über Kinderdosierungen von pflanzlichen Präparaten.

Das Kompendium kann zum Preis von 50 CHF plus Versandkosten bei der Autorin bestellt werden: bfalch[at]sunrise.ch

Christoph Bachmann

Dr. pharm., Luzern

apotheke-hirschmatt[at]bluewin.ch

Masaryk

Adolf Jens Koemeda

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Roman

Tomàs Garrigue Masaryk (1850–1937) war der erste, langjährige Ministerpräsident der Tschechoslowakischen Republik. Der neue Nationalstaat war aus den Trümmern des habsburgischen Vielvölkerreiches entstanden. Masaryk, ein kluger, machthungriger und gut vernetzter Politiker, hatte zielstrebig darauf hingearbeitet. Dank seiner amerikanischen Ehefrau und den zahlreichen Exiltschechen bekam er sehr viel Geld. Stets von höchster Stelle protegiert, gab es Gerüchte, dass er ein illegitimer Sohn von Kaiser Franz Joseph sein könnte. 2017 sollte ein DNA-Vergleich Klärung bringen, was aber von seiner Enkelin verhindert wurde.

Jens Koemeda, langjähriger Psychotherapeut und bekannter Autor, gibt seinem letzten Buch den Titel «Masaryk». Eine Mehrgenera­tionen-Familiengeschichte aus dem tschechisch-bayrischen Grenzgebiet, ein Wechsel von Vertreibung, Auswanderung und zaghafter Annäherung nach der Wende. Eine komplizierte Fast-Liebesgeschichte von Laura und Pavel, in der Annäherung und Abstossung sich die Waage halten. Unterschiedliche Meinungen zu Masaryk kommen zur Sprache. Die einen sehen in ihm den grossen Philosophen, den gerissenen Diplomaten, den raffinierten Agitator, der sein Eisen stets in verschiedenen Feuern hatte. Jede Generation hat von ihm ihr eigenes Bild: Held, Realpolitiker, weitsichtiger Staatsmann, der drei Mal wiedergewählt wurde. Pavel, der junge Historiker, weiss, dass damals hohe Geldsummen verschwanden. Fragen waren nicht erwünscht. Ein Paragraph des Gesetzes zum Schutze der Republik betraf nur den Präsidenten. Pavel verschuldet einen Autounfall mit Todesfolge und sitzt Ende der Erzählung im Untersuchungsgefängnis. «Auf der Couch» heisst das letzte Kapitel. Wie oft bei Jens Koemeda wird die Handlung aus der Rückschau einer Patientin im Sprechzimmer entwickelt. Eine Familienchronik von drei ­Generationen, auf die der verhängnisvolle Verlauf der Geschichte verstörend nachwirkt.

Erhard Taverna

Dr. med., Mitglied der Redaktion

erhard.taverna[at]saez.ch

Der Po-Doc

Martin Wilhelmi

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Sachbuch

Martin Wilhelmi nimmt die Leserinnen und Leser in seinem Buch «auf eine Reise an den Arsch der Welt». Und das wortwörtlich. In seinem Buch gibt der Facharzt für Gastroenterologie, Hepatologie und All­gemeine Innere Medizin verschiedenste Einblicke rund um unseren Allerwertesten. In fünfzehn Kapiteln werden nicht nur gesundheitliche Aspekte wie beispielsweise verschiedene Formen von Hämorrhoiden, Tumor­erkrankungen und Muskeldysfunktionen kurz vorgestellt. Wilhelmi gibt unter anderem auch sein Wissen über die Anatomie, die beste Pflege des Hintern, Sexualpraktiken (und ihre Gefahren) bis hin zu historischen Aspekten wie der Stuhltransplantation im alten China preis. Der Autor ergänzt die verschiedenen Exkurse mit Fallbeispielen und eigenen Erfahrungen. So sah Martin Wilhelmi mit eigenen Augen etwas, was den meisten von uns wohl ein Leben lang verwehrt bleibt: einen Furz. Glücklicherweise nur am Bildschirm. Wer sich also sehr für die Welt zwischen den Pobacken interessiert, wird hier fündig. Alle andern müssen selber abwägen, ob ihnen 300 Seiten dafür nicht etwas zu ausführlich sind und ob sich das Buch als Geschenk an die Schwiegermutter eignet.

Matthias Scholer

Chefredaktor SÄZ

matthias.scholer[at]saez.ch

Chronik eines Sonnenuntergangs

Gottfried Bergmann

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Tagebuch

Anfangs haben Gottfried Bergmann und seine Frau Fernanda noch gelacht, als sie sich an einzelne Namen nicht mehr erinnerte. Doch als sie sogar die Namen ihrer Enkelkinder vergass und darum bat, ihr diese aufzuschreiben, als sie den Briefverkehr mit ihrer Schwester einstellte, keine Bücher mehr las, die Mahlzeiten immer gleichförmiger wurden und sie die Schafswolle, die sie noch hatte spinnen wollen, nie mehr anrührte, wurde ihrem Mann klar: «Das Gespenst Alzheimer geht bei uns um.»

Weil ihm das Schreiben schon oft durch kritische Zeiten geholfen hatte, begann Gottfried Bergmann, Tagebuch zu führen. Anders als bisher verbrannte er die Aufzeichnungen ­jedoch nicht, nachdem seine Frau gestorben war. Vielmehr entschied er sich, die Texte ­seinen Mitmenschen zugänglich zu machen. An einigen Stellen hat er nachträglich Kommentare oder Gedichte eingefügt und diese vom übrigen Schriftbild des Tagebuchs ­ab­­gehoben. Zudem geben mehr als dreissig ­private Fotos im Mittelteil des Buches der ­Familie ein ­Gesicht und machen deren Schicksal so noch viel greifbarer, als es Worte allein je könnten.

Tanja Kühnle

Dipl.-Biol., Managing Editorin SÄZ

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