Briefe / Mitteilungen

Dank an Prof. Roland Kuhn

DOI: https://doi.org/10.4414/saez.2019.18427
Veröffentlichung: 04.12.2019
Schweiz Ärzteztg. 2019;100(49):1662

Dr. med. Johann Jakob, Bad Ragaz

Dank an Prof. Roland Kuhn

Brief zu: Wolf-Pagani H. Medikamentenversuche. Schweiz ­Ärzteztg. 2019:100(45):1495.

Im erwähnten Brief fordert Frau Heidi Wolf-­Pagani auf zur «klärenden Stellungnahme» zu den ungerechtfertigten massiven Vorwürfen durch das Team um die Historikerin ­Marietta Meier gegen den (verstorbenen) Psychiater Prof. R. Kuhn wegen dessen Patientenversuchen vor 50 Jahren. Hauptvorwurf: Medikamententestung ohne Information des Empfängers. Eine Momentaufnahme von damals, wobei das damalige Klinikumfeld völlig aus­ser acht gelassen wird. R. Kuhn brachte mit der Pille umwälzenden Ersatz zu Zwangsjacke, Deckelbad, Elektroschock.

Zudem: Während meiner 40-jährigen Praxis­tätigkeit war Prof. Kuhn mein bester Berater. In einem privaten Schulheim für «schwierige» Kinder war ich Hausarzt und habe mit grossem Erfolg dessen Empfehlungen befolgt, ebenfalls ohne Information der Eltern.

Vor kurzer Zeit traf ich einen damaligen Schüler, welcher sich bei mir nochmals sehr bedankte: Er habe nur dank dieser Pille seine Schulzeit beenden können, besitze nun einen Schreinereibetrieb mit dreissig Angestellten … schönste Lorbeere für mich und Roland Kuhn.

Auch das noch: 1957 hat R. Kuhn das Medikament Imipramin = Tofranil Geigy getestet und etabliert gegen die «larvierte Depression», die viele organische Krankheitsbilder verschlimmert; als «larviert, versteckt» bezeichnet vom unvergesslichen Prof. Manfred Bleuler, «weil der Arzt nicht daran denkt».

Im Laufe der Jahre habe ich Tofranil tonnenweise mit oft eklatanter Wirkung benützt …auch im Selbstversuch.

Danke Roland Kuhn!

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