Briefe / Mitteilungen

Eiseninfusionstherapie – Einspruch!

DOI: https://doi.org/10.4414/saez.2019.18486
Veröffentlichung: 11.12.2019
Schweiz Ärzteztg. 2019;100(50):1704

Peter Marko, St. Gallen

Eiseninfusionstherapie – Einspruch!

Brief zu: Schaub B, Büchel B. Offener Brief zum Eisenmangel. Schweiz Ärzteztg. 2019;100(47):1572.

Gerne stimme ich Kollegen Schaub und Büchel zu, dass die Zielwerte für Ferritin bei manchen Beschwerden und Krankheiten (z.B. Herz-, Niereninsuffizienz) höher sind als die üblich eigentlich ungeeignet angegebenen Normgrenzen. Jedoch widerspreche ich ihnen entschieden, dass die Therapie der Wahl des ­Eisenmangels die Eiseninfusionen und -injektionen seien. Weil es inzwischen für die (nicht veganen) Patienten eine bessere, einfachere, günstigere und weniger belastende Alternative gibt, sind sie «Schnee von gestern».

Vor allem bei den Infusionen erreicht man über geraume Zeit einen schädlichen Eisenüberfluss.

Man muss noch dazu die Dosierung, die Zeitabstände der Infusionen und Injektionen ­mittels Ferritinbestimmung oft kontrollieren. Die Nahrungsergänzungsmittel Proferrin und Globifer enthalten Hämoglobin mit gekürzter Globinkette. Sie werden auf andere, effizientere Weise resorbiert als die schlecht erträglichen Eisensalze, die häufige Neben-, eigentlich toxischen Wirkungen auf die Schleimhäute des Magen-Darm-Traktes haben (Magenbeschwerden, Verstopfung oder Durch­fall). Empfehlenswert sind Proferrin ES und Globifer-Kautabletten, weil sie im Unterschied zu anderen Formen keine Vitamine (Folsäure, B12) enthalten, die bei Überdosierung Probleme verursachen können. Globifer-Kau­tabletten sind besonders für Kinder ge­eignet, geschmackloses Proferrin muss man dazu zermalmen und den Speisen beigeben. In manchen Ländern (Slowakei) werden ihre Kosten von den Krankenkassen dankbar übernommen, da sie damit beträchtliche Summen sparen und den Patienten Belastungen ersparen. In der Schweiz sind sie nur über Internet zu beziehen und nicht kassenpflichtig. Aber vernünftige Krankenkassen erstatten mindestens teilweise die Kosten. Kollege Thumm braucht Proferrin ES für seine Frau und bietet es samt einer Bestätigung für Krankenkassen an. Auf den ersten Blick ist Proferrin teuer (90 Tabletten, 75 sFr.), aber für die Erhaltungs­therapie reichen nicht selten nur 1–2 Tabletten pro Woche, wie schon jahrelang für meine Frau und Tochter.

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