FMH

100 Jahre SÄZ für eine 
«straffe Sammlung der Ärzteschaft und aktive Standespolitik»

DOI: https://doi.org/10.4414/saez.2020.18456
Veröffentlichung: 08.01.2020
Schweiz Ärzteztg. 2020;101(0102):3

Jürg Schlup 
Dr. med., Präsident der FMH

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Waren Sie etwas überrascht beim Blick auf dieses Editorial? Etwas erstaunt und haben sich gefragt, was Sie wohl angesichts dieser ungewohnten Aufmachung erwartet?

Für die Ärztinnen und Ärzte der Schweiz mag es sich ähnlich angefühlt haben, als sie vor 100 Jahren erstmals eine «Schweizerische Ärztezeitung» (SÄZ) in der Hand hielten. Damals war man zur Auffassung gekommen, «dass es vorteilhaft wäre, das Standesblatt auf breiteren Boden als denjenigen einer kantonalen Gesellschaft zu stellen» [1] – wie das erste SÄZ-Editorial im Jahr 1920 erläuterte. Gewidmet «der gesamten schweizerischen Ärzteschaft» sollte die SÄZ Zirkulare, Protokolle u.ä. publizieren und «ferner für Äusserungen und Arbeiten über Standesfragen offen» sein [1].

Seither hat sich die SÄZ stetig weiterentwickelt, dient aber bis heute nicht nur der FMH als offizielles Verbandsorgan, sondern bietet auch in seinem redaktionell freien Teil ein Forum für standespolitische Themen. Im Jubiläumsjahr 2020 wird es zudem vier Schwerpunkt-Hefte geben, die ausgewählte Themen historisch aufarbeiten und mit Publikationen anreichern.

Trotz vieler Veränderungen sind die Herausforderungen, denen man mit der ersten SÄZ vor 100 Jahren begegnen wollte, immer noch aktuell: Damals strebte man eine «straffe Sammlung der Ärzteschaft und aktive Standespolitik» an [1]. Mit beidem war man erfolgreich: Die eigene Standeszeitung und die Statutenrevision von 1920 ­sowie das kurz darauf eingerichtete Generalsekretariat schufen die Basis für die wirksame standespolitische Interessensvertretung, die die FMH heute mit ihren 89 angeschlossenen Ärzteorganisationen leisten kann. Ein grosser Verband gewinnt jedoch nicht nur an Schlagkraft – er dif­ferenziert sich auch nach innen. Unser innerer Zusammenhalt verlangt darum mehr denn je eine gute verbandsinterne Kommunikation und Verständigung über standes- und gesundheitspoli­tische Themen – eine Aufgabe, der sich die SÄZ auch in den kommenden 100 Jahren beherzt ­ widmen will!

Mit kollegialem Grusse

1 Der leitende Ausschuss der Aerztegesellschaft des Kantons Bern. An die kanto­nalen Aerztegesellschaften und medizinischen Bezirksvereine der Schweiz. Schweizerische Ärztezeitung, 1920, Heft 1.

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