Briefe / Mitteilungen

Preisfrage an meine Kollegen und Kolleginnen

DOI: https://doi.org/10.4414/saez.2020.19347
Veröffentlichung: 04.11.2020
Schweiz Ärzteztg. 2020;101(45):1494

Dr. med. Werner Niederer, im Ruhestand, Dotzigen, niederer.werner[at]gmx.ch

Preisfrage an meine Kollegen und Kolleginnen

In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts baute der Hobby-Linsenschleifer Leeuwenhoek das erste Mikroskop. 1675 beobachtete er damit Protozoen und Mikroben («Animalcula» = Tierchen). Nicht nur hobbymässig benutzte dann sein Zeitgenosse Robert Hooke ein Mikroskop zur Erforschung der Mikro­biologie. Er prägte den Begriff der «Zelle» als Baustein der mehrzelligen Lebewesen. Ein halbes Jahr­hundert später prägte Virchow den Spruch «omnis cellula e cellula». Der eigent­liche Run auf die Mikrobiologie kam im 19. Jahrhundert mit den beiden Koryphäen Louis Pasteur in Paris und Robert Koch in Berlin. Allerdings musste Koch dann plötzlich nach Afrika flüchten, weil er mit seinem unnützen, ja ­sogar gefährlichen Heilmittel «Tuberkulin» sich bereichern wollte. 1885 entdeckte Theodor Escherich in Fäkalien das «Bacterium coli commune», das zu seinen Ehren 16 Jahre später den Namen Escherichia coli bekam. Aus Escherichs Erkenntnis ent­wickelte Sir Arbuthnot Lane, Chirurg des britischen Königs­hauses, 1892 die Theorie der «intestinalen ­Toxämie», die seine Colon-Resektionen rechtfertigte. Die gewiefte Mikrobiologin Christina Netsord andererseits kultivierte 1901 E. coli selektiv aus den Fäkalien von Ruhr-Patienten. Da es noch keine Anti­biotika gab, schlug sie vor, ähnlich wie 1890 Robert Koch die Tuberkulose mit Tuberkulin behandelte hatte, die Ruhr-Patienten mit 
E.-coli-Bakterien-Extrakt zu immunisieren. Preisfrage an alle Kollegen und Kolleginnen: Was ist an diesem histo­rischen Rückblick erfunden und vor allem: warum?! Die richtige Antwort belohne ich mit ­einem Buch nach freier Wahl aus dem Grünkreuzverlag.

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