Briefe / Mitteilungen

Freie Arztwahl in Gefahr

DOI: https://doi.org/10.4414/saez.2020.19407
Veröffentlichung: 25.11.2020
Schweiz Ärzteztg. 2020;101(48):1612

Dr. med. Monika Diethelm-Knoepfel, Fach­ärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, Uzwil

Freie Arztwahl in Gefahr

Brief zu: Henggi B. Visionen zum Schaden des Schweizer Gesundheitswesens. Schweiz Ärzteztg. 2020;101(40):1260–2.

Die freie Arztwahl ist in der Schweiz einmal mehr in Gefahr. Einerseits durch die Idee ­einer «Erstberatungsstelle», an die sich jeder wenden muss, der möchte, dass die Behandlung seiner Krankheit von der Grundversicherung bezahlt wird. Andererseits durch Schulen in verschiedenen Kantonen, die Eltern zwingen wollen, zum jeweiligen KJPD zu gehen, auch wenn sie mit ihrem Kind schon bei einem freipraktizierenden Kinder- und ­Jugendpsychiater/-psychotherapeuten in Behandlung sind. Falls Eltern das nicht tun, wird die Zusammenarbeit mit dem bisherigen Behandler boykottiert etc. Ich kenne mehrere Fälle, in denen auch der Verweis auf das Recht der freien Arztwahl und Interventionen des zuständigen KJPD die Schule nicht von ihrer Forderung abbrachten. Auch habe ich schon erlebt, dass Schulpsychologen ein Kind an seinem Augenarzt vorbei zu einer anderen Fachperson schicken wollten. Es kann nicht an­gehen, dass eine Schule oder Schulbehörde bestimmen kann, welche Medizinalpersonen für Kinder zuständig sind.

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