Briefe / Mitteilungen

Eine pubertäre Rasselbande

DOI: https://doi.org/10.4414/saez.2021.19621
Veröffentlichung: 17.02.2021
Schweiz Ärzteztg. 2021;102(07):242-243

Dr. med. Felix Schürch, Zürich

Eine pubertäre Rasselbande

Brief zu: Grieder J. Das Fax: Ein immer noch verfrühter Nachruf. Schweiz Ärzteztg. 2021;102(5):193–4.

In seinem aufschlussreichen Beitrag zur Geschichte und Zukunft des Fax präsentiert Jakob Grieder eine detaillierte Mängelliste der Fax-Technologie. Der Vollständigkeit halber sollten aber auch die Nachteile des elektronischen Datenverkehrs erwähnt werden. Das Fax war und ist praxistauglich. Wie ist es mit dem Informationsaustausch per Internet? Wir erhalten die Berichte von Spitälern und Spe­zialisten im PDF-Format (manchmal auch als Word-Dokument!) mit willkürlichen Benennungen – mal ist es eine Zahlenkombination, mal der volle Name des Patienten. In mühsamer Kleinarbeit muss die MPA das Dokument richtig zuordnen und archivieren. Jedes Röntgeninstitut in der Stadt Zürich hat ein anderes System bei der Übertragung der Bilddaten. Mindestens einmal pro Woche generiert man für irgendwelche Logins neue Passwörter, die leicht vergessen werden können oder kurz und einfach zu merken sind – mit einem leichten Unbehagen wegen der Hacker. Die Hemmschwelle der ­Behörden, Standesorganisationen und der ­Spitäler, das medizinische Publikum mit «wich­ti­gen» Mitteilungen zu versorgen, wird zunehmend kleiner. Ein anderes Thema ist der eigenmächtige «Spam»-Ordner, der uns immer wieder zwingt, im elektronischen Abfallkübel zu wühlen und nach vermissten Notizen zu suchen. Was soll’s. Es ist beschlossene Sache: Das gute, alte Fax geht in die Rente. Die Entsorgungsgebühr ist bereits bezahlt. Seine Nachfolge übernimmt das Internet mit Mailverkehr, Kontaktformularen und vielen weiteren Tools. Leider ziemlich chaotisch und häufig unausgereift. Eine pubertäre Rasselbande.

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