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Briefe / Mitteilungen

Die Ärzteschaft hat Jürg Schlup viel zu verdanken

DOI: https://doi.org/10.4414/saez.2021.19640
Veröffentlichung: 24.02.2021
Schweiz Ärzteztg. 2021;102(08):287

Dr. med., lic. phil. Bruno Kesseli, ­Chefredaktor SÄZ 2005–2019, 
Bonstetten

Die Ärzteschaft hat Jürg Schlup viel zu verdanken

Brief zu: Scholer M. «Ich halte nichts von Selbstdarstellung.» Schweiz Ärzteztg. 2021;102(4):114–6.

Der zurückgetretene FMH-Präsident Jürg Schlup verfügt über bemerkenswerte Qualitäten, die ihn nach meiner Einschätzung für die FMH als Organisation und die Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz in herausfordernden ­Zeiten zu einem Glücksfall machten. Wie im Interview deutlich wird, war er kein Blender. In meiner Wahrnehmung verband er das ärztliche Ideal einer optimalen Patientenversorgung mit dem Wissen, dass eine qualitativ ­hohen Ansprüchen genügende Medizin nur mit guten Rahmenbedingungen für Leistungserbringer – von denen er für die Ärzteschaft zuständig war – möglich ist. Für diese Ziele setzte er sich mit Intelligenz und Beharrlichkeit, aber auch mit Fingerspitzengefühl und taktischem Geschick ein. Gegen innen war er zudem ein ausgezeichneter Integrator. Selbst dem unmöglichen Anspruch, die von Partikularinteressen geprägte Ärzteschaft zusammenzuhalten und in zentralen Fragen auf den grössten gemeinsamen Nenner festzu­legen, vermochte er weitgehend gerecht zu werden.

Persönlich habe ich seine Diskussionsbereitschaft und das Vertrauen geschätzt, das er der Redaktion der SÄZ entgegenbrachte. Selbst aus harten Diskussionen – die sehr selten ­waren – ging man stets mit dem guten Gefühl heraus, als Partner auf Augenhöhe respektiert und geschätzt zu werden. Dazu trug auch seine verschmitzt-humorvolle Art bei, die ihn nie verbissen oder aggressiv erscheinen liess. Ich danke Jürg Schlup für die gute gemeinsame Zeit und seinen unermüdlichen Einsatz während seiner achtjährigen Präsidentschaft.

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