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Horizonte

Buchbesprechungen

DOI: https://doi.org/10.4414/saez.2022.20735
Veröffentlichung: 22.06.2022
Schweiz Ärzteztg. 2022;103(2526):880-881

Les jeunes au volant

David Le Breton (dir. publ.)

Toulouse: Editions Erès; 2022

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Ouvrage spécialisé

Les risques que des jeunes prennent sur les routes, et les dommages subséquents, sont un sujet majeur. En France, les 18–24 ans constituent 8% de la population, mais rendent compte de 16% des morts sur les routes. Cet ouvrage est issu d’une large enquête auprès des 18–25 ans. D’abord sont présentés les résultats principaux, selon qu’on parle de l’apprentissage, de l’obtention du permis, du type de conduite. En général, l’enquête fait découvrir des jeunes lucides sur les avantages et les inconvénients de la voiture.

Une section sur les compagnons numériques de la route (radio, smartphone, GPS), qui «entrent en tension avec la nécessité d’une constante concentration». L’opinion des jeunes sur les campagnes de prévention? «Non seulement ils analysent les campagnes actuelles mais proposent des solutions.» Ces chapitres fourmillent de citations des enquêtés.

Dans la seconde partie, des auteurs spécialisés, dont trois pédopsychiatres, discutent des résultats. Hervé Marchal porte un regard ­ethno-sociologique: «La personne jeune au volant est non seulement dans son propre monde, elle est aussi et surtout son propre monde.» Leila Jeolas parle des accros à la ­vitesse au Brésil, avec le phénomène – et les morts – des courses illégales de voitures. Des données sur l’influence du comportement au volant des parents sur celui des jeunes retiennent l’attention – influence qui est, sans surprise, grande. L’historien Mathieu Flonneau pose la question «Que reste-t-il du rêve automobile?» à l’aide de notations historiques et littéraires stimulantes.

Travail pionnier, cet ouvrage intéressera les professionnels aussi bien que les responsables publics et privés concernés, sans oublier les parents.

Dr méd. Jean Martin, 
membre de la rédaction

Gefangen in der Erschöpfung 

Jean-Marc Berger, Stephan Gerber, Traude Löbert

Broschüre von denkwerk-hirnverletzung.ch und FRAGILE Suisse; 2021

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Broschüre

Die Folgen von Hirnschädigungen nach Hirnschlag, Schädel-Hirn-Trauma, Enzephalitis oder entzündlichen Prozessen im Hirn bei Rheuma oder MS werden im ärztlichen Alltag oft übersehen oder als vorübergehende Befindlichkeitsstörung abgetan, weil sie nicht sichtbar sind. Die Beiträge des Neuropsychologen Dr. Jean-Marc Berger liefern differenzierte Ein­blicke in die komplexe Diagnostik.

Typische Zeichen sind anhaltende Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Wortfindungsstörungen, Stimmungsschwankungen, Ängste und eine tiefe Verunsicherung. Die betroffene Person kann ihre Anforderungen anpassen und Hilfspersonen anstellen, die den fehlenden Antrieb ersetzen und dazu beitragen, dass die betroffene Person nicht verzweifelt, wenn Wichtiges liegen und unbewältigt bleibt.

Betroffene treten ohne klare Diagnose gegenüber Versicherungen, Arbeitgebern und medizinischen Fachkräften auf. Deshalb brauchen sie Unterstützung von kompetenter Seite. Gutachterinnen und Gutachtern fällt es schwer, die Minderbelastbarkeit einer hirnverletzten Person zu erfassen. Die Publikation gibt Hinweise darauf, wie die messende Diagnostik mit Daten aus dem Alltag sinnvoll ergänzt werden kann. Die Broschüre kann kostenlos bezogen werden über www.fragile.ch/broschueren-hirnverletzung

Dr. med. Peter Buess-Siegrist, Basel

land marks

Walter Angehrn, Ernest Farrés

St. Gallen: VGS Verlagsgenossenschaft St. Gallen; 2014

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Kunstbuch

Steinerne Landschaft, die nackten Felsen liegen da wie der gewaltige Panzer einer Urzeitschildkröte. Unter den Millionen von grauen Steinbrocken unversehens ein Stück Gelb. Ein Fingerzeig? Eine Spur?

land marks nennt Walter Angehrn sein Buch, das die gelben Spuren im grauen Gestein ­dokumentiert. Der Ostschweizer Arzt und Künstler hat auf den irischen Aran-Inseln mit gelber Acrylfarbe drei Stellen markiert und sie 2003, 2008 und 2011 fotografiert.

Was mit den Steinen und der Farbe in diesen acht Jahren passiert ist, zeichnet das Buch in berückenden Bildern und grösster Gelassenheit nach. Ein Nachdenken über Werden und Vergehen – innert weniger Jahre hat die ­Natur die Menschenspur beinahe verwischt.

Eine weitere Denk-Spur legen die «versos lírics» des katalanischen Dichters Ernest Farrés. Insgesamt erhebt sich im unabhängigen Textteil des mit dem German Design Award preisgekrönten Doppelbuchs eine starke Gegenstimme zu Angehrns meditativer Minimal Art.

Auf die dann ein Zitat von Farrés allerdings wieder prächtig zutrifft: «Es mussten / noch mehr Schwierigkeiten kommen, Schrecken, / Wandlungen und am Ende die Einsicht, / dass es für den eingeschlagenen Weg keine Abkürzung gab.»

Das Buch kann über die Website des Künstlers bezogen werden: www.walterangehrn.ch

Dr. med. Friederike Walz, St. Gallen

The Truth About the Consequences of the NATO Bombing of Serbia in 1999

Dr. Zorka Vukmirović, Prof. Dr. Danica Grujičić

Belgrad: Serbische Gesellschaft für den Kampf gegen Krebs; 2022

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Sachbuch

Die Serbische Gesellschaft für den Kampf gegen Krebs publiziert ein umfangreiches Werk. Es ist eine Sammlung medizinischer, biologischer und physikalischer Fakten. Im Jahr 2017 in Belgrad und 2019 in Kosovska Mitrovica fanden zwei wissenschaftliche Konferenzen statt, die Beiträge dieser Konferenzen sind hier wiedergegeben.

Nach einem historischen Abriss zur Vor­kriegsgeschichte kann sich die Leserin resp. der Leser informieren über das Ansteigen von bösartigen Tumoren zwischen 1999 und 2018. Ein nächster Beitrag widmet sich der Chemodynamik des abgereicherten Urans in der Umwelt, insbesondere der Verseuchung des Wassers und dadurch der Aufnahme in Nah­rungsmittteln.

Die chemische Verschmutzung auf dem Territorium von Serbien erweist sich als ein weiteres Schreckensszenario. Cluster-Bomben CBU-102(B)2/B wurden zum ersten Mal in ­Serbien angewendet, nachdem sie in den 90er Jahren in das US-Waffenarsenal aufgenommen worden waren. Sie verursachten riesige Schäden an den Stromleitungen durch ihre elektrisch leitenden Fasern. Ein Beitrag behandelt die toxischen und krebserzeugenden Effekte von Nanopartikeln.

Die gesammelten Beiträge sind eine Wucht. Die Folgen eines modernen Krieges – geführt im Namen der Moral und der Humanität –erweisen sich als desaströs.

Dr. phil. Barbara Hug, Tobel

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