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Briefe / Mitteilungen

Dilettantischer Versand von Rechnungskopien

DOI: https://doi.org/10.4414/saez.2022.20895
Veröffentlichung: 06.07.2022
Schweiz Ärzteztg. 2022;103(2728):909

Dr. med. Markus Jakob, Bad Ragaz

Dilettantischer Versand von Rechnungskopien

Ein führendes Unternehmen für Rechnungsversand bietet an, eine Rechnungskopie an Patienten per E-Mail zu versenden, sofern die E-Mailadresse erfasst wurde. Der elektronische Versand ist deutlich günstiger als mittels Briefpost, und selbstverständlich umwelt- und benutzerfreundlicher. Anscheinend eine gute Idee, aber leider unterirdisch umgesetzt. Das Unternehmen sendet Patienten kostenpflichtig per Mail einen Link zum Download der Rechnungskopie. Wird dies innert Wochenfrist nicht gemacht, dann wird die Kopie zusätzlich in Briefform versendet – selbstverständlich wiederum kostenpflichtig.

Das ABC der Computersicherheit besagt, dass niemals ein Link benützt werden darf, welcher per E-Mail eintrifft. Das weiss jedes Kind – aber nicht das Unternehmen, welches sich mit «Sicherheit auf allen Ebenen» rüstet. Rein grundsätzlich stellt sich bereits die Frage, warum kontrolliert wird, ob ein Patient seine Rechnungskopie herunterlädt. Konsequent zu Ende gedacht müssten analog auch Briefen eine Antwortkarte beigelegt werden zur Bestätigung, dass der Brief geöffnet und gelesen wurde.

Den vertraglich bei diesem Unternehmen angeschlossenen Leistungserbringern ergeht der dringende Rat, auf den E-Mail-Versand von Rechnungskopien gänzlich zu verzichten, womit zumindest ärgerliche Zusatzkosten eingespart werden. Klüger wäre gar, zu einem Anbieter zu wechseln, welcher die basalen Standards der Computersicherheit kennt und berücksichtigt.

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