Editorial

Arbeiten bis zur Erschöpfung

DOI: https://doi.org/10.4414/saez.2022.21239
Veröffentlichung: 16.11.2022
Schweiz Ärzteztg. 2022;103(46):3

Eva Mell

Junge Ärztinnen und Ärzte verlieren die Lust am Beruf, ihre Motivation sinkt und die Gefahr steigt, einen Burn-out zu erleiden. Wenn der Psychiater Franco Renato Gusberti als Erstberatender des Unterstützungsnetzwerks ReMed mit ausgelaugten Fachkräften spricht, dann erkennt er, unter welcher Not immer mehr seine ärztlichen Kolleginnen und Kollegen leiden. Im Artikel auf Seite 26 gibt er einen eindrücklichen Einblick in seine Arbeit, macht mit anonymisierten Zitaten auf die schwierige Situation der Ratsuchenden aufmerksam und erklärt, was nötig ist, um die Lage zu ändern.

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Eva Mell

Stellvertretende Chefredaktorin der Schweizerischen Ärztezeitung

eva.mell[at]emh.ch

Über das Wohlbefinden der Ärzteschaft schreibt auch unsere Kolumnistin Vanessa Kraege auf Seite 62. Unter dem Stichwort «Wellbeing» wird sie ab sofort in regelmässigen Abständen Inputs zu diesem wichtigen Thema geben. Ihren ersten Text nutzt sie, um sich vorzustellen. Dabei gibt sie zu, dass man sie durchaus als Workaholic bezeichnen könnte. Aber lesen Sie selbst.

Mehr als genug Arbeit haben auch die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die im Rahmen des Nationalen Forschungsschwerpunkts NCCR Anti Resist auf der Suche nach neuen Antibiotika sind. Auf Seite 16 lesen Sie, weshalb ein Paradigmenwechsel in der Antibiotikaforschung nötig ist und wie intensiv daran gearbeitet wird. Die Forschenden wollen die in-vitro-Forschung grundlegend verändern und streben einen patientenzentrierten Ansatz an, um neue und wirkungsvolle Behandlungsmethoden zu finden. Das ist dringend nötig, denn Antibiotikaresistenzen sind ein immer grösser werdendes Problem.

Verbreitet im klinischen Alltag ist auch die Herzinsuffizienz. Etwa 200 000 Menschen in der Schweiz leiden daran. Bei über 65-Jährigen ist sie der häufigste Grund für eine Hospitalisation. Ich empfehle Ihnen die Lektüre des Artikels über Herzinsuffizienz mit aktuellen Empfehlungen für die Praxis auf Seite 38. Denn laut den Autorinnen und Autoren gibt es ein erhebliches Potenzial, die Diagnostik, Beurteilung und Therapie von betroffenen Patientinnen und Patienten zu optimieren.

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