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Humane Papillomaviren in zervikalen Krebsvorstufen udn Zervixkarzinomen in der Schweiz zu Beginn der kantonalen Impfprogramme: Die CIN3+ Studie

DOI: 10.4414/saez.2017.05396
Veröffentlichung: 15.02.2017
Schweizerische Ärztezeitung | Bulletin des médecins suisses | Bollettino dei medici svizzeri | 2017;98:07

ISPM Universität Bern / BAG

Humane Papillomaviren in zervikalen Krebsvorstufen und Zervixkarzinomen in der Schweiz zu Beginn der kantonalen Impfprogramme: die CIN3+plus Studie

Nach Einführung der Impfung gegen Humane Papillomaviren (HPV) in der Schweiz ist es wichtig, deren Auswirkungen auf die Krankheitslast zu beobachten. Um Ausgangsdaten zu Beginn der kantonalen Impfprogramme zu erhalten, hat das Institut für Sozial- und Präventivmedizin (ISPM) der Universität Bern in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für ­Gesundheit (BAG) eine Studie durchgeführt. Ziel dieser Studie war es, die HPV-Typenvertei­lung in zervikalen Gewebsproben bei Frauen mit zervikaler intraepithelialer Neoplasie Grad 3 oder Zervixkarzinomen (CIN3+) zu untersuchen. Ausserdem sollten relevante Zusatzdaten für eine HPV-Infektion und eine Zervixkarzinomerkrankung gesammelt werden. Die Studie dauerte von Januar 2015 bis Sommer 2016. Erste Ergebnisse liegen nun vor. Die CIN3+plus Studie wurde durch die Krebsforschung Schweiz (KFS-3264-08-2013) und das Bundesamt für Gesundheit finanziert. Zehn Pathologielaboratorien in sechs Kantonen nahmen an der Studie teil.

768 Zervixbiopsien von 767 Frauen mit einem Durchschnittsalter von 35 Jahren (Altersspanne 17–81) aus den Jahren 2014 und 2015 wurden auf das Vorhandensein und den Typ von HPV analysiert. 475 (61,8%; 95% CI 58.3–65,3) der Biopsien waren positiv für die HPV- Typen 16 und/oder 18 (HPV-16: 435/768, 56,6%; HPV-18: 50/768, 6,5%). Onkogene HPV-Typen, die durch den nonavalenten HPV-Impfstoff abgedeckt werden (HPV-16, -18, -31, -33, -45, -52, -58), waren in 89,5% der Biopsien vorhanden. In fünf (0,7%; 95% CI 0,2–1,5) der analysierten Gewebsproben konnte kein HPV nachge­wiesen werden, und 18 (2,3%; 95% CI 1,4–3,7) der Proben waren nicht evaluierbar. Die Ergebnisse dieser Studie legen die Grundlage für die Krankheitsüberwachung und die weitere Planung von Public-Health-Massnahmen in Bezug auf HPV, insbesondere die Impfung. Weitere Informationen und Ergebnisse der CIN3+plus Studie sind zu finden im BAG Bulletin 6/17 ().

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