Briefe / Mitteilungen © Romeo 1232 | dreamstime.com

Briefe / Mitteilungen

Wie man manches Versagen der Grippeimpfung vermeiden kann

Peter Marko

DOI: 10.4414/saez.2017.05406
Veröffentlichung: 15.02.2017
Schweizerische Ärztezeitung | Bulletin des médecins suisses | Bollettino dei medici svizzeri | 2017;98:07

Wie man manches Versagen der Grippeimpfung vermeiden kann

Kollege Schlossberg weist verdienstvoll auf das Problem der optimalen Zeit für die Grip­peimpfung hin. Der Schutz der Grippeimpfung beginnt nach 10–14 Tagen, erreicht den Gipfel nach 14–28 Tagen, um sich dann allmählich mit der Zeit abzuschwächen. Impft man zu früh, ist der Schutz am Ende der Grippe­welle nicht gewährleistet, impft man zu spät, ist das so an ihrem Anfang.

Als ich mit meiner Praxis begann, betreute ich einen Patienten mit COPD (damals Emphysem). Es gelang mir, ihn zu einer Grippe­impfung Ende Oktober zu überreden. Zuerst war er mir sehr dankbar, da er den ganzen Winter ohne Grippe blieb. Als er sie jedoch im April bekam, war er weniger begeistert. Es wiederholte sich das nächste Jahr. Dann schaltete ich mein Hirn ein, und das dritte Jahr impfte ich ihn zweimal, wie üblich und nochmals Ende Januar. Und siehe da, er blieb das ganze Jahr ohne Grippe. Das tat ich dann mit allen Patienten mit Lungen- und Herzkrankheiten mit durchschlagendem Erfolg. Ich verschob auch die Impfung anderer Patienten, wie auch meine eigene, die meiner Familie, von Freunden und Bekannten, in die zweite Hälfte von November, was ich ihnen auch weiterhin empfehle. Ich bin, unberufen, auch dieses Jahr mit einer Impfung noch ohne Grippe ­geblieben.

Das Versagen der Impfung kann üble Folgen haben – manche auch schwerkranke Patienten wollen sich nicht mehr impfen lassen. Mein Patient war einsichtiger.

Dr. med. Peter Marko, St. Gallen

© Romeo 1232 | dreamstime.com