FMH

Neustart der Tarifrevision mit dem Projekt TARCO genehmigt!

DOI: https://doi.org/10.4414/saez.2017.05382
Veröffentlichung: 08.02.2017
Schweiz Ärzteztg. 2017;98(06):177

Urs Stoffel

Dr. med., Mitglied des FMH-Zentralvorstands, Departementsverantwortlicher Ambulante Versorgung und Tarife

Die in der FMH vertretenen Ärzteorganisationen haben auch nach der Urabstimmung vom Juni 2016, in welcher der vorgelegte Tarifvorschlag abgelehnt wurde, daran festgehalten, dass eine Beteiligung der FMH an der Überarbeitung des TARMED weiterhin dringend notwendig sei. Nach detaillierter Analyse der Ursachen der Ablehnung wurde unter dem Titel TARCO ein breit abgestütztes Projekt zur Revision des ambulanten Arzttarifs gestartet. Bereits im Herbst 2016 hat die ­Delegiertenversammlung der FMH (DV) dem Grob­konzept klar zugestimmt und nun an der Sitzung vom 26. Januar 2017 das Detailkonzept des Revisionsprojekts ohne Gegenstimmen genehmigt. Damit kann die praktische Umsetzung am Tarif zusammen mit den Dach- und Fachgesellschaften beginnen. 

Ziele des Revisionsprojekts TARCO

Das Revisionsprojekt TARCO zielt darauf ab, bis Mitte 2018 gemeinsam mit den Tarifpartnern dem Bundesrat eine überarbeitete und weiterentwickelte Tarifstruktur vorzulegen. Diese Tarifstruktur soll innerhalb der Ärzteschaft mehrheitsfähig sein sowie die gesetzlichen Anforderungen an die Sachgerechtigkeit und Betriebswirtschaftlichkeit des Tarifs erfüllen. Zentrale Eckpunkte von TARCO sind verbindliche Tarifierungsregeln für alle Beteiligten und eine klare Projektorganisation. Bis Ende 2017 will die FMH die interne Revision abschliessen. Anschliessend werden die Verhandlungen mit den Tarifpartnern aufgenommen mit dem Ziel, Mitte 2018 beim Bundesrat einen partnerschaftlichen und gemeinsamen Tarifvorschlag zur Genehmigung einzureichen. Teilweise werden wir übergreifende und grundsätzliche Voraussetzungen des Tarifs bereits während der internen Revision mit den Tarifpartnern abstimmen.

Voraussetzungen für Start des Detail­konzepts erfüllt 

Zusätzlich zum TARCO-Detailkonzept hat die DV auch den Modellvorschlag der Arbeitsgruppe Dignitäten ­genehmigt, um zwei wichtige übergeordnete und noch offene Probleme zu lösen: die Abbildung der quantita­tiven Dignitäten und die Festlegung der Kriterien zur Anwendung der qualitativen Dignitäten. Dies war eine im Grobkonzept von TARCO bereits definierte Voraussetzung, um die Umsetzung des Detailkonzepts starten zu können.

Erfolgsfaktoren für eine Umsetzung 
des Detailkonzepts TARCO

Die FMH hat immer betont, dass eine erfolgreiche und breit akzeptierte Tarifrevision nur möglich ist, wenn alle Fachdisziplinen und beteiligten Fachgesellschaften in diese Revision miteinbezogen und eingebunden werden. Es braucht aber auch von der FMH und ins­besondere von den Dach- und Fachgesellschaften eine offene, regelmässige und transparente Kommunikation zur Basis. Wichtig für eine breite Akzeptanz ist, dass auch die Basis im Revisionsprojekt gehört wird. Die FMH hat dafür die informelle Austauschplattform des «Tarif-Cafés» geschaffen. Diese erlaubt dem einzelnen Mitglied, sich einerseits über den Stand des Revi­sionsprojekts zu informieren und andererseits sich auch aktiv einzubringen.

In jedem Fall wird es aber auch eine offene und gelebte Kompromissbereitschaft sowohl FMH-intern unter den Vertretern der Fachgesellschaften wie auch bei den Tarifpartnern brauchen, wenn dieses Projekt erfolgreich abgeschlossen werden soll.

Tarifautonomie sicherstellen

Die FMH ist überzeugt, dass nur eine umfassende, sachgerechte und betriebswirtschaftliche Revision des TARMED-Tarifs, gemeinsam mit den Tarifpartnern, der richtige Weg ist. Punktuelle Eingriffe in die bestehende Tarifstruktur, wie sie durch den Bundesrat im Oktober 2014 bereits erfolgt sind und wie sie auf den 
1. Januar 2018 vom Bundesrat erneut in Aussicht gestellt werden, würden lediglich eine weitere Verzerrung der heutigen gültigen Tarifstruktur TARMED bewirken.

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