Briefe / Mitteilungen

Ein dreifaches Hoch der vielgeschmähten BAG-Administration!

DOI: https://doi.org/10.4414/saez.2017.05790
Veröffentlichung: 27.06.2017
Schweiz Ärzteztg. 2017;98(2627):865

Dr. med. Jakob Riediker, Effretikon

Ein dreifaches Hoch der vielgeschmähten BAG-Administration!

Nach der letzten MARS-Post mit Vermerk «letzte Mahnung» griff ich als 80-jähriger, noch aktiver Allgemeinpraktiker FMH zum Telefon. Die äusserst verständige BAG-Mit­arbeiterin begriff nach kurzem meinen Dank, dass ich nach der mir schriftlich angekündigten letzten wirklich keine weitere Mahnung mehr wünsche … Sie notierte, akzeptierte und versprach sofort, dass ich keine weitere Mahnung mehr erhalten werde.

Zum Thema «Arbeit in Abwesenheit des Patienten»; wenn diese – bescheiden entlöhnte – ­Arbeitszeit nicht mehr verrechnet werden darf, wird eine MPA die tägliche Post öffnen und alle eintrudelnden Berichte ausdrucken und dann jeden Patienten benachrichtigen, dass ich während der nächsten, zeitlich begrenzten Konsultation mit ihm zusammen eine Nachricht über ihn lesen oder eine Überweisung oder Fortbildung zu seinem Spezialfall studieren werde oder einen Versicherungsbericht über ihn schreiben solle. Für aufwendigere Berichte werden einfach mehrere Termine notwendig sein. Anstatt meiner üblichen mindestens 60-Stunden-Woche kann ich dann eine geruhsame 45-Stunden-Woche, in Anwesenheit des Patienten, einführen.

Wer nicht für diese Sitzungen kommt, demonstriert sein Uninteresse. Weil schon Wilhelm Busch sagte: «Mit der Zeit wird alles heil», werden viele spontan gesund, werden von sich aus in Notfallstationen wandern (wie der jetzt um 20.30 Uhr Anrufende) oder die vorherige Regelung wieder wünschen.

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