Briefe / Mitteilungen

Ein klarer und ehrlicher Brief

DOI: https://doi.org/10.4414/saez.2017.06124
Veröffentlichung: 18.10.2017
Schweiz Ärzteztg. 2017;98(42):1363

Dr. med. Urs Strebel, Stäfa

Ein klarer und ehrlicher Brief

Brief zu: Martin J. Brief an Ignazio Cassis.
Schweiz Ärztezeitung. 2017;98(39):1248.

Sehr geehrter Herr Kollega Martin

Ich habe Ihren Brief mit grossem Interesse gelesen. Auch ich kenne Iganzio seit bald 25 Jahren, da wir beide Mitglieder der Schweizerischen Gesellschaft für biomedizinische Ethik waren, deren Anlässe in den 90er Jahren oft im Tessin stattfanden. 2004 sind wir gemeinsam in einem Rendez-vous am Mittag aufgetreten, bei dem es um die Kosten im Gesundheitswesen ging. Auch habe ich später NR Cassis gelegentlich Mails mit gesundheitspolitischen Überlegungen gesendet. Im Gegensatz zu Ihnen und Ignazio war ich nie Mitglied der FDP, denn ich stehe politisch etwas weiter links.

Lieber Herr Martin, die politische Ausrichtung und die Art, wie wir Ignazio kennengelernt haben, sind aber wohl das einzig Trennende, wenn ich Ihre freundschaftlichen Zeilen an den neuen Bundesrat lese. Ich gratuliere Ihnen zu Ihrem klaren und ehrlichen Brief. Ich kann jeden Ihrer Sätze mitunterzeichnen. Ihre Bitten drücken letztlich eine wichtige ärztliche Haltung aus. Denn wir haben nicht nur die Pflicht, uns um das einzelne Individuum oder eine bestimmte Gruppe zu kümmern, sondern auch die Aufgabe, an alle zu denken und ein gesellschaftliches Klima zu schaffen, in dem sich die Menschen unterschiedlichster Couleur wohl fühlen.

Ignazio sagte am Abend seiner Wahl, dass er seine Frau gebeten habe, ihn bei Bedarf auf den Boden der Realität zurückzuholen. Ich denke, dies ist auch die Aufgabe von Freunden. Ihr Brief soll als Richtschnur dienen.

Zum Schluss möchte ich Ignazio herzlich zu seiner Wahl gratulieren. Ich gehe davon aus, dass er den richtigen Weg findet.

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