Briefe / Mitteilungen

TARMED 2018 – ich empöre mich auch

DOI: https://doi.org/10.4414/saez.2018.06397
Veröffentlichung: 17.01.2018
Schweiz Ärzteztg. 2018;99(03):60

Dr. med. Doreen Hug, Weggis

TARMED 2018 – ich empöre mich auch

Wir sind die Deppen/Lölis unter den Ärzten.

Der praktische Arzt von früher durfte Besitzstandswahrung anmelden und bekam den Facharzt für Innere Medizin anerkannt.

Der Arzt, der 5 Jahre als Assistenzarzt an ­einem Spital gearbeitet hat, darf sich auch Facharzt für Innere Medizin nennen.

Die Ärzte, die eine 3-jährige Ausbildung für den Allgemeinarzt gemacht haben und inzwischen auch viele Jahre als Hausarzt gearbeitet haben, bleiben für immer die praktischen Ärzte. Sie haben keine Chance, je den Facharzt für Innere Medizin zu erlangen. Sie bleiben die unausgebildeten Ärzte. Die Bezeichnung «praktischer Arzt» hat jeder Arzt, der gerade von der Uni kommt.

Aber jetzt sind wir auch die ALDI-Ärzte. Wir sind billig, billiger als die Fachärzte, das dürfte die Krankenkassen freuen.

Wir dürfen nicht das Diplom für Sonografie machen, das dürfen nur Fachärzte.

Wir dürfen nicht eine Zusatzausbildung, z. B. Sportmedizin, machen, das dürfen nur Fachärzte.

Wir dürfen nicht einen zukünftigen Hausarzt ausbilden, das dürfen nur Fachärzte.

Also bleiben wir die Unausgebildeten, die Lölis unter den Ärzten. Und jetzt ist unsere ­Arbeit auch noch billiger.

Es grüsst eine überaus frustrierte «Praktische Ärztin», die schon einmal die Bezeichnung Fachärztin für Allgemeinmedizin, Sportmedizin hatte und auch an der Uni Frankfurt die Studentenausbildung in der Allgemeinmedizin geleitet hat und sogar angehende Fachärzte für Allgemeinmedizin ausbilden durfte. Aber jetzt ist sie nur noch eine ALDI-Ärztin.

Verpassen Sie keinen Artikel!

close