Briefe / Mitteilungen

Tox Info Suisse

DOI: https://doi.org/10.4414/saez.2019.17498
Veröffentlichung: 23.01.2019
Schweiz Ärzteztg. 2019;100(04):76

Tox Info Suisse

Vergiftungen: mehr als 41 000 Beratungen

Tox Info Suisse führte 2018 mit 41 151 rund 800 Beratungen zu Vergiftungen mehr durch als im Vorjahr. Die telefonische Notfallberatung unter der Nummer 145, auch via Tox Info App, steht Laien und Fachpersonen rund um die Uhr zur Verfügung. Die ersten Analysen der Beratungstätigkeit werden hier vorgestellt. Eine besondere Zunahme zeigten Anfragen zu Tiervergiftungen und Beratungen für Tierärzte.

Mit 41 151 Anrufen wurde die Giftberatung gegenüber dem Vorjahr 2,1% häufiger in Anspruch genommen, was dem Trend der letzten Jahre entspricht (Abb. 1). 93% der Anfragen erfolgten aufgrund eines Gift­kontaktes, während 7% vorsorglicher Natur waren. In zwei Dritteln der Fälle wurden die Betroffenen oder ihre Angehörigen direkt beraten. In den übrigen Fällen fragten Fachpersonen oder Institutionen und Organisationen nach speziellen Informationen zu Risikoabschätzung und Massnahmen bei akuten Intoxikationen. Von den Vergiftungen waren vor allem Kinder betroffen (55%), davon 85% im Vorschulalter. Intoxika­tionen mit Medikamenten, Haushaltprodukten und Pflanzen machten 70% aller Vergiftungsfälle aus (Tab. 1). Bei Kindern handelt es sich dabei typischerweise um Unfälle, bei den Erwachsenen stehen die beabsichtigten Selbstvergiftungen im Vordergrund, vor allem Selbstmordversuche (65%) und der Substanzmissbrauch (15%).

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Abbildung 1: Anzahl Anfragen an Tox Info Suisse in den letzten zehn Jahren.
Tabelle 1: Beratungen von Tox Info Suisse 2018, nach Häufigkeit der Giftstoffgruppen bei Ver­-giftungen beim Menschen* (Prozent aller Fälle, n = 33 394).
Medikamente34,8%
Haushaltprodukte25,7%
Pflanzen9,3%
Produkte für Körperpflege und Kosmetika6,8%
Technisch-gewerbliche Produkte6,4%
Nahrungsmittel und Getränke4,8%
Genussmittel, Drogen und Alkohol3,3%
Produkte in Landwirtschaft und Gartenbau2,3%
Pilze1,7%
Gifttiere1,3%
Andere/Unbekannte3,4%
* Nicht berücksichtigt sind hier Beratungen zu Vergiftungen bei Tieren sowie theoretische Anfragen ohne Exposition (ohne Substanzkontakt).

In den letzten Jahren kam es zu einer laufenden Zunahme der Beratungen zu Tiervergiftungen (2180). Betroffen waren vor allem Hunde (1630-mal) und Katzen (409-mal), aber auch Pferde und Ponys (60), Hasen und Kaninchen (35), Schafe oder Ziegen (15); andere Tierarten waren seltener. In etwas mehr als der Hälfte der Fälle fragten die Tierhalter um Rat, in den übrigen Fällen wurden Tierärztinnen und -ärzte beraten. 
Die Zahlen zeigen, dass Hunde besonders gefährdet sind, da sie dazu neigen, alles zu verschlingen, was sie finden.

Zum Verlauf und zum Schweregrad der Vergiftungen gibt der Jahresbericht von Tox Info Suisse Auskunft, der im August 2019 erscheinen wird.

Diese und weitere Neuigkeiten zu aktuellen Themen rund um Gifte und Vergiftungen erhalten Sie durch unsere Tox Info App. Zusätzliche Informationen zu Giften und Vergiftungen sind auf der Website von Tox Info Suisse zu finden (www.toxinfo.ch).

Weitere Auskünfte: Dr. med. Hugo Kupferschmidt, Direktor Stiftung Tox Info Suisse, Freiestrasse 16, CH-8032 Zürich 
Tel.+41 44 251 66 66, Fax +41 44 252 88 33
E-Mail: info[at]toxinfo.ch

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