Briefe / Mitteilungen

Gemeinsam zum Ziel

DOI: https://doi.org/10.4414/saez.2019.17760
Veröffentlichung: 10.04.2019
Schweiz Ärzteztg. 2019;100(15):545

Dr. med. Matthias Köster, Zürich

Gemeinsam zum Ziel

Brief zu: Grunder S, Reuven-Lelong A. Wie Ärztinnen und Ärzte im 21. Jahrhundert erfolgreich sein können. Schweiz Ärzteztg. 2019;100(12):435–8.

Vielen Dank für das Aufzeigen der Vorzüge ­einer Kultur des Wachsens, des gemeinsamen Lernens, gemeinsam auch mit anderen Kol­le­gen, gemeinsam mit Patienten und deren Familien voneinander zu lernen, gemeinsame Gesundungsprozesse sowohl analytisch als auch kreativ als wissenschaftliche Künstler zu gestalten und mit einer emotionalen Intelligenz im Alltag Patienten zu erreichen und Nachhaltigkeit durch tiefe Vernetzung und komplexe Beziehungsnetzwerke zu erreichen und Sinnhaftigkeit im Miteinander zu gestalten.

Dem Wert von echter Shared-Decision-Making und dem Recht der Patienten, dass ihnen die Zeit gewährt wird, solche Prozesse in allen Fachdisziplinen nutzen zu dürfen, Ausdruck zu verleihen.

Als Kinder- und Jugendpsychiater wünsche ich den Patienten, ob jung oder alt, ob somatisch oder psychosomatisch beeinträchtigt, dass ihnen diese wertvollen Qualitäten des Schweizer Gesundheitssystems länger erhalten bleibt.

Und dass die Ärzteschaft als Gesamtheit die emotionale Intelligenz hat, dass auch intern Fairness bestehen muss, damit ich sie gegenüber der Politik einfordern kann.

Und die Politik begreift, dass sie ihren Wählern mehr nützt, wenn sie Interprofessionalität erleichtert, z.B. indem den Patienten und den Ärzten überlassen bleibt, wie viel Zeit für Vernetzungsarbeit nötig ist – statt wie jetzt durch den Amtstarif vom Bundesrat Berset – eine Limitierung einer Leistung in Abwesenheit, die bei komplexeren Familienkonstellationen und Problemlagen meint, dies könne in wenigen Minuten pro Quartal geschehen.

Jede Woche hat nur 24*7 Stunden und es kommen in der Tat analytische und hoch kreative und psychosoziale Heuristiken zum Zuge, wenn wir gemeinsam mit den Patienten und Angehörigen entscheiden; wer braucht was, wann, wofür und bis wann?

Und wenn wir nicht zum Ziel kommen, dass wir in Bescheidenheit dazu stehen dürfen, unser Tun hinterfragen und uns von Kollegen oder dem Patienten selbst oder Vermittlungsstellen wie paritätisch organisierten Ombudsstellen Unterstützung holen.

Auch das wäre emotional intelligentes Qualitätsmanagement.

Dafür wünschte ich mir Unterstützung von der Standespolitik und Bundesbern.

Und werben können wir damit auch für die Patienten und für anständige und menschliche Bedingungen für eines der höchsten Güter: unserer ganzheitlichen Gesundheit und der dafür wichtigsten Schutzqualität: gute, respektvolle und soziale Beziehungen. Politik: schütze diese!

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