FMH

Seit Jahren engagieren wir uns für Qualität und Transparenz

DOI: https://doi.org/10.4414/saez.2019.18012
Veröffentlichung: 26.06.2019
Schweiz Ärzteztg. 2019;100(26):872

Christoph Bosshard

Dr. med., Vizepräsident, Departementsverantwortlicher DDQ

… nun gilt es, dies noch besser sichtbar zu machen! Auch wenn wir gemäss internationalen Studien in ­unserem Land das beste Gesundheitswesen haben, so müssen wir nicht nur tagtäglich wie ein Spitzenathlet für die Aufrechterhaltung dieses Spitzenplatzes kämpfen, wir müssen dies auch entsprechend sichtbar machen. Im Rahmen der sozialversicherungsfinanzierten Bereiche unseres Lebens gilt auch ein öffentliches In­ter­esse. Der Gesetzgeber trägt diesem Umstand entsprechend Rechnung; einerseits in Form des Artikels 59a KVG, welcher der MAS-Erhebung zugrunde liegt, andererseits mit dem Artikel 58 KVG, wo sich die Qualitätsbestimmungen wiederfinden. Letzterer Artikel ist ­gerade in der Sommersession 2019 von den eidgenössischen Räten verabschiedet worden und gibt uns nun klare Vorgaben betreffend Form und Inhalt von Qualitätsverträgen, welche wir mit Versicherern auszuarbeiten haben. Wir haben nun also die Chance, auf dieser Ebene für unsere Patientinnen und Patienten sowie auch für die Ärzteschaft sinnbildende Lösungen zu finden. Zentral ist, dass am Ende nicht primär der Aufwand ohne brauchbaren Nutzen übrigbleibt. Für ein solches sinnbildendes, wertschöpfendes Szenario müssen wir die Mitverantwortung übernehmen. Ich bin überzeugt, dass wir es schaffen, hier echte Mehrwerte zu kreieren, denn wir müssen eigentlich gar nicht allzu viel mehr tun, als aufzuzeigen, wie viele durch die Organisationen bereits anerkannte Aktivitäten vorhanden sind, und diese müssen wir weiterentwickeln, wie wir es immer schon getan haben. Die Qualitäts-Charta der SAQM, die seit ihrer Lancierung im Herbst 2016 bereits von 73 Organisationen der Ärzteschaft unterzeichnet worden ist, hat uns schon viele Vorarbeiten im Sinne der Entwicklung von Qualitätsstrategien und der Erstellung von Qualitätsberichten ermöglicht. Auch bereits lange vorher wurden wertvolle Aktivitäten dokumentiert, welche ich hier nicht alle aufzählen kann. Was schliesslich daraus resultieren kann, wenn wir diesen Weg zusammen mit unseren Partnern gehen, zeigt die MAS-Erhebung des ­Bundesamtes für Statistik BFS auf. Ich will die administrative Belastung jedes einzelnen Mitglieds auch hier nicht schönreden. Sie haben durchschnittlich 60–90 Minuten statt mit ihren Patienten am Schreibtisch damit verbracht, den Fragebogen auszufüllen. Die FMH konnte jedoch zusammen mit ihren Partnern, der ­Ärztekasse und NewIndex, beim Ausfüllen des Frage­bogens einen Datentransfer anbieten und die Büroarbeit erleichtern. Für ihre Unterstützung danke ich den beiden Partnern an dieser Stelle ganz herzlich. Weiter hat die FMH ­inhaltlich konstruktiv mit dem BFS zusammenge­arbeitet, so dass für beide Seiten ein akzeptabler und schliesslich sinnbildender Frage­bogen entstand. Resultierend daraus sind wertvolle Statistiken entstanden, welche nun von Seiten des Bundes den Entscheidungsträgern aus Politik, Verwaltung, der Ärzteschaft, aber auch unseren Tarifpartnern und der Wissenschaft zur Verfügung stehen. Gerne verweise ich hier auf die Publikation der Statistiken aus der ersten Erhebung, welche die Zahlen des Jahres 2015 betrafen und die vom BFS im April 2018 publiziert worden sind. Sie bestätigen und validieren die bisherigen Aussagen der Ärzteschaft. Der Zentralvorstand der FMH hat die Mitglieder aufgerufen, an der MAS-Erhebung betreffend die Daten 2017 teilzunehmen, welche vom vergangenen November bis zu diesem Frühjahr gedauert hat. Das Resultat lässt sich sehen: 83% der befragten Arztpraxen und ambulanten Zentren haben Angaben zu ihrer Unternehmenssituation geliefert! Ein grosses MERCI an Euch alle, welche hier mitgeholfen habt aufzuzeigen, dass wir für Transparenz einstehen. Die hohe Teil­nahmequote verbildlicht auch die Bereitschaft der ­Ärzteschaft zu einer konstruktiven Zusammenarbeit. Schliesslich dürfen wir auch dieses Jahr wieder gespannt auf die statistischen Aufarbeitungen und die Veröffentlichung des BFS-Berichts warten, welche uns für die aktuell laufenden Diskussionen weitere solide Grundlagen geben werden.

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