FMH

Aufruf für wirksamen Jugendschutz

Schluss-Spurt: Unterschriften ­einreichen bis zum 31. Juli

DOI: https://doi.org/10.4414/saez.2019.18034
Veröffentlichung: 17.07.2019
Schweiz Ärzteztg. 2019;100(2930):970

Barbara Weil

Leiterin Abteilung Public Health, FMH

Die meisten Raucherinnen und Raucher beginnen im Teenageralter, die Prävention muss also dort ansetzen. Ein umfassendes Verbot von Tabakwerbung, -verkaufsförderung und -sponsoring, die Kinder und Jugendliche erreichen, wäre ein wichtiger Schritt, um den Tabakkonsum zu reduzieren. Reichen Sie deshalb noch heute postalisch Ihre Unterschriftenlisten für die Volksinitiative «Ja zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Tabakwerbung» ein.

Studien aus England [1] zeigen klar auf: Werden Tabakprodukte an Kiosken ausserhalb des Sichtfeldes platziert, wird das Rauchen für Kinder und Jugendliche deutlich unattraktiver. Im Gegensatz zur Schweiz wachsen ­Kinder und Jugendliche in Grossbritannien ohne die Dauer­präsenz von Zigaretten heran.

England hat in den vergangenen 20 Jahren den Jugendschutz mit griffigen Massnahmen vorangetrieben. ­Bereits 2002 wurde ein umfassendes Werbeverbot ­eingeführt. Es folgten Gesetze zum Schutz vor Passiv­rauchen, eine Erhöhung des Mindestverkaufsalters auf 18 Jahre und eine Verlegung der Tabakprodukte aus­ser­halb des Sichtfeldes. An Kiosken und anderen Verkaufs­stellen müssen die Produkte unter der Theke oder in Schränken mit Sichtschutz aufbewahrt werden.

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Das Gesamtpaket der Massnahmen wirkt. Und dies nicht nur bei den Jugendlichen: Rauchten im Jahr 2007 noch 21 Prozent der Engländerinnen und Engländer, waren es im Jahr 2017 nur noch 15 Prozent.

Die Schweiz ist Europas Schlusslicht hinsichtlich Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Tabakwerbung und Sponsoring [2, 3].

Senden Sie noch heute – bzw. allerspätestens bis zum 31. Juli 2019 – Ihre ausgefüllten Unterschriftenlisten postalisch an: Verein «Ja zum Schutz der Kinder und ­Jugendlichen vor  Tabakwerbung», CH-3000 Bern

Credits

www.kinderohnetabak.ch – Eidgenössische Volksinitiative «Ja zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Tabakwerbung»

Korrespondenzadresse

FMH
Abteilung Public Health
Elfenstrasse 18
Postfach 300
CH-3000 Bern 15
public.health[at]fmh.ch

Literatur

1 Studie: Ford A, et al. Impact of a ban on the open display of tobacco products in retail outlets on never smoking youth in the UK: ­findings from a repeat cross-sectional survey before, during and after implementation. Tobacco Control, Published Online First, 14. Mai 2019.–

2 BFS: Tabakbedingte Todesfälle in der Schweiz, 1995 bis 2012

3 CIPRET-Vaud: http://www.beobachtung-marketing-tabak.ch/

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