Briefe / Mitteilungen

Es darf keinen Speziesismus geben

DOI: https://doi.org/10.4414/saez.2019.18172
Veröffentlichung: 11.09.2019
Schweiz Ärzteztg. 2019;100(37):1222

Dr. med. Renato Werndli, Eichberg

Es darf keinen Speziesismus geben

Brief zu: Schwarzenbach JP. Mensch und Tier und überhaupt. Schweiz Ärzteztg. 2019;100(34):1134–5.

Es ist meines Erachtens schon ethisch bedenklich, dass sich Philosophierende überhaupt die Frage stellen, ob Mensch und Tier gleich sind. So wie es keinen Sexismus, keinen Rassismus noch sonstwie eine Diskriminierung geben darf, darf es auch keinen Speziesismus geben. Nur weil wir die stärkste Spezies sind, gibt uns dies niemals das Recht, andere Spezies zu essen, zu Kleidern zu machen oder an ihnen gar Experimente durchzuführen. Es ist wohl purer Zufall, dass sich keine Spezies noch stärker als wir entwickelt hat und uns so behandelt, wie wir die Tiere. Genau deshalb haben wir mit grösstem Aufwand die 123 000 Unterschriften zusammengebracht. Versuchstiere haben uns nichts ­getan und verdienen wie wir ein Leben ohne Angst, Schmerz und Tötung. Als Nebeneffekt geben wir damit auch der Wissenschaft die Chance, sich zu verbessern. Was Tierversuchsexperimentierende der Stimmbevölkerung bei solchen Abstimmungen sehr erfolgreich, aber ohne Beweise immer wieder androhen, stimmt einfach nicht: Tierversuche fördern nicht den medizinischen Fortschritt, sondern sie haben ihn schon immer gehemmt. Und ich habe Beweise in Form von über 50 von wohl unzähligen wissenschaftlichen Studien nicht mit, sondern über Tierversuche, deren Insuffizienz eindeutig belegt wird.

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