access_time veröffentlicht 24.08.2017

Ärzteschaft vereint Richtung Gesamtrevision

FMH - Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte.

Medienmitteilung FMH

Ärzteschaft vereint Richtung Gesamtrevision

24.08.2017

Tarifrevisionsprojekt Tarco

An der Medienkonferenz v.l.n.r.: Pierre Vallon, Präsident FMPP; Philippe Luchsinger, Präsident mfe; Jürg Schlup, Präsident FMH; Josef Emil Brandenberg, Präsident fmCh; Urs Stoffel, Mitglied Zentralvorstand FMH.

 

Alle der FMH angeschlossenen 90 Ärztegesellschaften haben ihre Eingaben zur Vernehmlassung über den zweiten bundesrätlichen Tarifeingriff abgegeben. Der Bundesrat hat offensichtlich festgestellt, dass der Vernehmlassungsvorschlag die ambulante Versorgung und die hochstehende Qualität des Schweizer Gesundheitswesens gefährdet hätte. Teilweise wurde die Kritik der Ärztegesellschaften aufgenommen, dennoch bleibt das Fazit: Durch diesen bundesrätlichen Eingriff wird die ambulante Gesundheitsversorgung beeinträchtigt.

Der Grundsatzentscheid des Bundesrats zum Tarifeingriff schwächt die ambulante Gesundheitsversorgung. Die Verordnung über die «Festlegung und die Anpassung von Tarifstrukturen in der Krankenversicherung» tritt ab 1. Januar 2018 in Kraft. Die Haus- und Kinderärzte Schweiz (mfe), die chirurgisch und invasiv tätigen Ärztinnen und Ärzte (fmCh) sowie die Psychiater und Psychotherapeuten (FMPP) verfolgen deshalb gemeinsam mit der FMH eine sachgerechte Gesamtrevision des ambulanten Tarifs.

Tarifrevisionsprojekt Tarco

Die ambulante Tarifstruktur muss gemäss Art. 43 Abs. 4 KVG betriebswirtschaftlich bemessen und sachgerecht strukturiert sein. Der bundesrätliche Tarifeingriff widerspricht diesem Grundsatz. Deshalb will die Ärzteschaft zusammen mit den Tarifpartnern die Gesamtrevision des TARMED realisieren.
In über 30 Arbeitsgruppen mit insgesamt über 150 beteiligten Personen arbeiten derzeit medizinische Experten der Fachgesellschaften sowie Tarifexperten der FMH am Tarifrevisionsprojekt TARCO. Dieser Tarifvorschlag soll bald mit den Tarifpartnern diskutiert werden, mit dem Ziel, Mitte 2018 dem Bundesrat einen Vorschlag zur Genehmigung einzureichen. 

Vorhandene Sparpotenziale nutzen

Statt versorgungseinschränkender Tarifeingriffe könnte der Prämienanstieg wirksamer über die einheitliche Finanzierung von ambulanten und stationären Leistungen gedämpft werden. Studien wie bspw. von PwC (2016) zeigen, dass so jährlich 1 Milliarde Franken gespart werden kann. Immer mehr Patienten können heute ambulant statt stationär behandelt werden; und dies bei gleicher Qualität, jedoch zu wesentlich tieferen Kosten. Wer «ambulant vor stationär» umsetzen will, muss die ambulante medizinische Versorgung stärken.

Weiterführende Links

Medienmitteilung vom 18. August 2017 – Ambulanter Tarif Tarmed:
        Ärzteschaft vereint Richtung Gesamtrevision

Referate anlässlich der Medienkonferenz vom 18. August 2017

Projekt TARCO der Ärzteschaft

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