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Briefe / Mitteilungen

Genesene versus Geimpfte

DOI: https://doi.org/10.4414/saez.2021.20219
Veröffentlichung: 13.10.2021
Schweiz Ärzteztg. 2021;102(41):1331

Dr. med. Urs-Peter Stäuble, ­pensionierter Hausarzt, Solothurn

Genesene versus Geimpfte

Brief zu: Siroka J. Corona, die Impf-Frage und die Freiheit. Schweiz Ärzteztg. 2021;102(39):1255.

Anderthalb Jahre nach meiner Covid-19-Erkrankung mit hohem Fieber über eine Woche sind meine Antikörpertiter – entgegen Prophezeiungen früherer Studienresultate – anhaltend hoch positiv (ECLIA Roche: N-AK 45.2, 2-S1-RBD-AK 133) und bestätigen mein Zuwarten für eine Impfung.

Die Aussagekraft von Antikörpern bei Genesenen bezüglich einer protektiven Immunität wird in den meisten medizinischen Kommentaren als unsicher angesehen und als nicht gleichwertig einer Immunantwort nach Impfung beurteilt. Deshalb wohl auch die vom BAG veranlasste Beschränkung des Zertifikates für Genesene auf 180 Tage.

Die Frage, ob Geimpfte oder Genesene über eine vergleichbare oder divergierende Immunität verfügen, liesse sich aus der Praxis ableiten, wenn man die Wiedererkrankungen oder aussagekräftiger die Hospitalisierungen/Todesfälle der beiden Gruppen miteinander vergleicht.

Es ist anzunehmen, dass solche Statistiken oder Studien vorhanden sind. Falls die Resultate zu Gunsten der Genesenen ausfallen, haben Pharmaindustrie und ihre Zugewandten wohl kaum ein Interesse an einer breiteren Publikation.

Eine Überprüfung der Abgabe und Verlängerung von Zertifikaten an Genesene ist dringlich! Wir haben wenig Lust, in der kühleren Jahreszeit draussen vor den Restaurants zu frieren und weitere Einschränkungen beim Theater-, Museumsbesuch und anderen Anlässen hinzunehmen.

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