Briefe / Mitteilungen

Begriffsdefinition

DOI: https://doi.org/10.4414/saez.2017.05757
Veröffentlichung: 21.06.2017
Schweiz Ärzteztg. 2017;98(25):811

Priv.-Doz. Dr. med. Hannes Wildberger, Feldmeilen

Brief zu: Lawrence A, Selter L. Swiss Personalized Health Network (SPHN): Die nationale Initiative im Überblick. Schweiz Ärztezeitung. 2017;98(19):595–6.

Begriffsdefinition

Wir sind uns als Akademiker gewohnt, dass Titel von Artikeln dergestalt formuliert werden, dass aus ihnen die Handlungsabsicht und das angestrebte Resultat erkennbar werden. Der Titel erhellt gewissermassen den Weg über den Inhalt zur Conclusion. Diese wichtige Absicht ist aus dem Titel Ihres Artikels nicht erkennbar. Als offenbar völlig un­geeigneter Leser Ihrer Ausführungen, welche unzählige unverbindliche Beschreibungen komplizierter Netzwerke enthalten, möchte ich Sie bitten, den Lesern der Ärztezeitung unmissverständlich und definitiv eine sprachliche Definition Ihrer Absichten über personalisierte Medizin und über die personalisierte Gesundheit darzulegen. Über die vergangenen Jahrzehnte war und bin ich selbst beruflich permanent mit der Persönlichkeit meiner Patienten als individuelle Problemfälle beschäftigt gewesen, sei es, dass es vorerst um die Person, ihre sozialen Umstände und schliesslich auch um ihre krankheitsbedingten Beschwerden ging. Das Problem heutiger organisatorischer Netzwerke wie des Ihrigen liegt darin, dass zahlreiche (scheinbare) Pro­bleme miteinander vermengt werden in einem Mass, welches die einzelnen Probleme kaum entwirrbar stehenlässt. Das zu erwartende positive Resultat soll dann schlussendlich als wenig transparenter Mehrwert pro­pagiert werden. Der Mangel in diesem Vorgehen besteht darin, dass nirgends wenigstens beispielhaft konkrete und verbindliche Situa­tionen eines Misszustandes und dessen Behebung aufgeführt sind. Es wird also grundsätzlich nicht an der Basis der Probleme agiert, mit ­denen aber normale Ärzte tagtäglich konfrontiert sind, sondern «irgendwo weiter oben». Weshalb beispielsweise der Einbezug einer ­internationalen Ethikkommission (ELSIag) notwendig ist, nachdem wir alle unsere Mühen haben mit den aktuellen, real existierenden Ethikkommissionen, bleibt unklar. Ich bewundere Ihren Elan, sich mit derartigen Netz­werken auseinanderzusetzen und kreative Regulationen mit nicht vorausseh­baren Konsequenzen vornehmen zu wollen. Also nochmals meine Frage an Sie: Wie sind (und dies ein für alle Mal) die Begriffe «personalisierte ­Medizin» und «personalisierte Gesundheit» zu definieren?

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