Briefe / Mitteilungen

Saukralle oder warum Erwachsene wieder beginnen, von Hand zu schreiben

DOI: https://doi.org/10.4414/saez.2018.17117
Veröffentlichung: 12.09.2018
Schweiz Ärzteztg. 2018;99(37):1222

Dr. med. Monika Diethelm-Knoepfel, Uzwil

Saukralle oder warum Erwachsene wieder beginnen, von Hand zu schreiben

Brief zu: Taverna E. Saukralle. Schweiz Ärzteztg. 2018;99(32):1040.

Kollege Erhard Taverna hat sich in seinem ­Artikel «Saukralle» verdankenswerterweise über die menschliche Handschrift ausgelassen. Vor allem bei Behandlungen von Kindern ist sie immer wieder ein Thema, denn Störungen der Graphomotorik kommen im Rahmen von umschriebenen Entwicklungsstörungen der Motorik (ICD-10 F82), Zerebralparesen oder ADHS häufig vor.

Seit kurzem bin ich Zeugin (eine von vielen), wie Personen, die in den letzten Jahren meisten­s am PC geschrieben haben, die Handschrift wiederentdecken, allerdings alles ande­re als freiwillig: In Spanien sind verschiedene katalanische Politiker und Führer von NGOs zu Unrecht eingesperrt, zum Teil seit über 10 Monaten. Diese Personen (zur Zeit sind es neun politische Gefangene) erhalten sehr viele Briefe aus aller Welt als Zeichen von Unterstützung und Ermutigung. Sie versuchen, so viele Briefe wie möglich zu beantworten, was nur handschriftlich möglich ist, da sie weder Computer noch einfache Schreibmaschinen verwenden dürfen. Ich freue mich über jeden Brief, den ich auf meine monat­lichen Schreiben erhalte, auch wenn ich mich oft im Entziffern üben muss, was einer Kombination von zum Teil nicht leicht zu lesenden Handschriften mit der mir noch nicht so gut vertrauten Sprache Katalanisch geschuldet ist. Diese Briefe bewahre ich sorgfältig auf.

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