access_time veröffentlicht 24.07.2018

«Es ist immer förderlich, über den eigenen Tellerrand zu blicken»

Dr. med. Martine Favero, Assistenzärztin Frauenklinik Kantonsspital Winterthur, Vorstandsmitglied des Jungen Forum der SGGG, Vorstandsmitglied des ENTOG, Winterthur

Aus- und Weiterbildung

«Es ist immer förderlich, über den eigenen Tellerrand zu blicken»

24.07.2018

Weshalb es sich lohnt, bereits während der Assistenzzeit Erfahrungen im Ausland zu sammeln.

 

Das Wichtigste in Kürze:

 

Frau Favero, Sie sind eine der zwei Schweizer AssistenzärztInnen, die am diesjährigen Exchange-Programm des ENTOG teilnehmen durften. Können Sie uns den Anlass kurz umreissen?

Dieses Jahr war Frankreich Gastgeberin. Im Rahmen des Anlasses trafen sich 49 AssistenzärztInnen aus 25 europäischen Ländern. Wir wurden in drei Gruppen eingeteilt, welche in verschiedenen Städten während drei Tagen in den Klinikalltag gynäkologischer Universitätsspitäler integriert wurden. Zum Abschluss trafen sich alle Teilnehmenden zu einem eintägigen Weiterbildungskongress in Paris.

 

Und was hat Ihnen diese Woche gebracht?

In verschiedener Hinsicht einiges. Erstens zeigt es, dass wir AssistenzärztInnen uns viel mehr getrauen sollten, auch im Ausland Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten zu besuchen. Schliesslich sind die meisten akkreditiert und können so an die Facharztausbildung angerechnet werden. Zweitens ist es immer förderlich, zu sehen wie man in einem anderen Land «Medizin macht». Man lernt so aus erster Hand die Vor- und Nachteile bestimmter Methoden kennen und fragt sich ab und zu auch, was evidence-based wirklich bedeutet?

Drittens sind die kulturellen Unterschiede zum Teil frappant. So lernt man viel über die Weiterbildung, die Gesetzeslage und geopolitische Unterschiede in anderen Ländern, die sich stark auf die Arbeit auswirken können. Und zu guter Letzt ist natürlich der Austausch innerhalb der Kolleginnen und Kollegen bereichernd.

 

Welche Auslandsprojekte bietet ENTOG neben dem Exchange-Programm sonst noch an?

Einerseits werden jährlich durch die EBCOG ((Hyperlink)) drei Fellowships für ein dreimonatiges Praktikum in einem europäischen Ausbildungszentrum verliehen. Andererseits ist das Pilotprojekt «one2one exchange» angelaufen. Dabei handelt es sich um eine Plattform, auf der sich AssistenzärztInnen als Gast oder Gastgeber bewerben können. Dies mit dem Ziel, den innereuropäischen Austausch durch ein bis vierwöchige Auslandaufenthalte zu fördern.

 

Werden Sie in Zukunft erneut versuchen, einen Teil Ihrer Ausbildung im Ausland zu bestreiten?

Ja, denn ich sehe es als Riesenchance dank solcher Programme in Kliniken arbeiten zu können, die einem sonst verschlossen bleiben. Zudem profitiert man während diesen Auslandzeiten von hohen Fallzahlen und kann auch diversen Operationen beiwohnen. Schlussendlich ist es immer förderlich, über den eigenen Tellerrand zu blicken.

 

Weiterführende Links:

Ein exzellentes Beispiel für internationales Networking und Kooperation

Dr. med. Martine Favero

Assistenzärztin Frauenklinik Kantonsspital Winterthur, Vorstandsmitglied des Jungen Forum der SGGG, Vorstandsmitglied des ENTOG, Winterthur

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