access_time veröffentlicht 21.06.2022

«Professionell organisierte Projekte können viel bewegen»

Dr. med. Pia Sachser-Zurmühle, Fachärztin für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Oberärztin mbF / Stv. Leiterin Hüfte und Beckenteam, Kantonsspital St. Gallen

«Professionell organisierte Projekte können viel bewegen»

21.06.2022

Schon über zehn Jahre bieten die FMH und H+ Bildung gemeinsam attraktive Fortbildungen für die Spitalärzteschaft an. Seit 2020 ist die Seminarreihe «Führung und Management» anschlussfähig an ein CAS bzw. MAS der Berner Fachhochschule. Seminarteilnehmerin Pia Sachser-Zurmühle schliesst ihr CAS für Kaderleute des Gesundheitswesens demnächst ab und blickt im Interview zurück auf 18 Monate intensiver Fortbildung.

 

Fabienne Hohl, Journalistin 


Pia Sachser-Zurmühle, was gab für Sie den Ausschlag, die Seminarreihe «Führung und Management» zu absolvieren?

Pia Sachser-Zurmühle: Ein Mail von FMH und H+ Bildung zeigte auf, was die fünf Module des Seminars alles bieten: Jeweils einen Überblick über ein bestimmtes Arbeitsfeld wie Führung, Kommunikation, Betriebswirtschaft oder Projektmanagement. Es sprach mich an, dass ich mich nicht schon im Vornherein für eine Vertiefung entscheiden musste, sondern die Gelegenheit hatte, in dieser Fortbildung meine Stärken oder Bedürfnisse kennenzulernen. Ausserdem empfand ich das Seminar als eine sinnvolle Ergänzung zur Spitalarbeit, die ja primär medizinischer Natur ist. Fortbildungen in Führung oder Projektarbeit für Ärztinnen und Ärzte gibt es kaum.

Sie haben gleich im Anschluss auch das CAS der Berner Fachhochschule für Kaderleute des Gesundheitswesens begonnen. Was hat Sie dazu motiviert?

Die Seminarreihe «Führung und Management verlangt mit zehn Kurstagen sowie 16–20 Tagen Selbststudium – je nachdem, ob man beide Leistungsnachweise anstrebt – einen ansehnlichen zeitlichen Einsatz und kostet auch etwas. Dasselbe gilt für das CAS, für das erneut fünfzehn Kurstage und ebenso viele Tage Eigenleistung nötig sind. Man investiert also Einiges. Deshalb habe ich mir einen anerkannten Abschluss zum Ziel gesetzt. Das CAS der BFH gibt mir die Möglichkeit dazu.

Wovon haben Sie in diesen beiden Fortbildungen am meisten profitiert für Ihren Berufsalltag?

Von den Modulen Kommunikation und Projektarbeit. Mit Kompetenzen in diesen Bereichen kann man viel bewirken. Nehmen wir als Beispiel für die Kommunikation einen Röntgenrapport: Wer gut kommuniziert, kann fachlich viel mehr transportieren und der Austausch gewinnt enorm an Gehalt. Die Projektarbeit war für mich vollkommen neu – wie man ein Projekt idealerweise aufbaut und durchführt, wen man darin einbindet etc. Daher hat mir dieses Modul und meine schriftliche Arbeit dazu sehr viel gebracht. Auch insofern, als ich dadurch im meinem beruflichen Umfeld viel Potenzial erkenne. 

Was waren besondere Herausforderungen?

Die geballte Ladung Information an den Unterrichtstagen zu verarbeiten war für mich nicht ohne, weil ich mich inhaltlich ja auf unbekanntem Terrain bewegte. Insbesondere bei Themen wie etwa Betriebswirtschaft oder eHealth, die mir weniger liegen – u.a., weil ich sie in meinem beruflichen Alltag nicht direkt einsetzen kann. In organisatorischer Hinsicht machte uns die Pandemie einen dicken Strich durch die Rechnung, obwohl im Seminar immerhin noch die Präsentationen vor Ort stattfinden konnten. Der persönliche und informelle Austausch mit Mitstudierenden und Dozierenden fehlte manchmal, obwohl man auch per E-Mail zu den benötigten Erklärungen kam. Ein Vorteil des vielen Online-Unterrichts ist aber doch, dass ich meine letzte Präsentation fürs CAS ferienhalber nun per zoom halten kann. (lacht)

Welche wichtigen Erkenntnisse haben Sie in der Seminarreihe bzw. dem CAS gewonnen?  

Wie erwähnt liegt mir die Projektarbeit am Herzen. Meines Erachtens müssten viel mehr Spitalmitarbeitende gezielt darin weitergebildet werden. Denn gerade im stationären Bereich gibt es viele, auch kleinere Projekte, die man mit guter Organisation innert nützlicher Frist und mit vernünftigem Aufwand zum Erfolg führen kann. Je mehr Kolleginnen und Kollegen etwas von Projektarbeit verstehen – im Idealfall dasselbe – desto besser und fruchtbarer arbeiten sie zusammen. 

Was steht bei Ihnen punkto Fortbildung als nächstes an?

Ich bin auf der Zielgeraden meiner letzten schriftlichen Arbeit, die es anschliessend noch zu präsentieren gilt. Wenn ich etwas noch vertiefen möchte, wäre es die Kommunikation. Ich war fasziniert, als der Dozent dieses Moduls demonstrierte, wie sich ein Gespräch steuern lässt. Als Versuchskaninchen war ich dann gefordert, mich dieser Steuerung zu widersetzen. Gut argumentieren, anschaulich erklären, die Zuhörenden erreichen und ihnen das Bestmögliche mitgeben: Es reizt mich definitiv, dieses Thema weiter zu verfolgen.

 

Seminarreihe «Führung und Management» – jetzt anmelden!

Spitalärztinnen und Spitalärzte brauchen Instrumente, um ihren Fachbereich oder ihre Klinik erfolgreich zu führen. Aneignen können sie sich diese in der bewährten Seminarreihe von FMH und H+Bildung «Führung und Management für Ärztinnen und Ärzte». Hochkarätige Dozierende vermitteln in fünf Blöcken zu je zwei Tagen folgende Themen: 
•    Medizin und Ökonomie (auch einzeln buchbar)
•    Projekt- und Veränderungsmanagement
•    eHealth und Lean-Management, Kostenstellenverantwortung
•    Kommunikation und Führung
•    Rollenkonflikt Ausbildnerin/Ausbildner versus Vorgesetzte/Vorgesetzter 
Im Anschluss an die Seminarreihe besteht die Möglichkeit, an der Berner Fachhochschule das CAS «Führung und Management für Kader im Gesundheitswesen» bis hin zum MAS «Integratives Management» zu absolvieren. 
Die kommende Seminarreihe startet am 22. August 2022 – es sind noch wenige Plätze frei. Die nächste Ausgabe findet zwischen 23.Februar und 21. Juni 2023 statt. Die Seminarreihe kann auch ohne CAS-Anschlussmöglichkeit in vier zweitägigen Blöcken besucht werden.

Weitere Informationen und Anmeldung, hier klicken.

 

 
 

Dr. med. Pia Sachser-Zurmühle

Fachärztin für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Oberärztin mbF / Stv. Leiterin Hüfte und Beckenteam, Kantonsspital St. Gallen

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